Das Herz ist unser wichtigster Muskel. Foto © www.piqs.de / Louise, CC (Some rights are reserved.)
"Servicezeit: Gesundheit", Montag, 12.04.2010, WDR, 18.20 Uhr - Thema heute: Gesunder Schlaf. Auch für das Herz ist er wichtig.
Ständig müde und antriebslos, die Beine geschwollen, oft aus der Puste – selbst nach kurzen Wegen oder wenigen Treppenstufen? Das sind die typischen Symptome einer chronischen Herzschwäche. "Etwa 15 Millionen Menschen weltweit leiden daran", sagt Professor Dietrich Andresen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und konservative Intensivmedizin der Vivanteskliniken Berlin. "Allein in Deutschland werden jedes Jahr 260.000 Bundesbürger mit Herzschwäche im Krankenhaus behandelt. Das macht das Leiden zum häufigsten Grund für einen Klinikaufenthalt bei über 65-jährigen Menschen.“
Oft ist ihr Herz zu schwach, um das Blut durch den Körper zu pumpen und ihn ausreichend zu versorgen. Schuld daran sind meist defekte und verkalkte Herzkranzgefäße. Verengen sich diese feinen Adern, bekommt das Herz nicht mehr ausreichend Sauerstoff. "Das ist, als würde die Benzinleitung zum Motor verstopfen", so Andresen. "Die Zellen des Herzmuskels gehen dann nach und nach ein." Die abgestorbenen Muskelteile ersetzt der Körper durch Bindegewebe. "Das Gleiche passiert, wenn sich nach einem Schnitt in die Haut eine Narbe bildet. Doch Bindegewebe ist längst nicht so elastisch wie ein Muskel, es kann sich nicht je nach Bedarf zusammenziehen und ausdehnen", so der Experte. Folge: Das Herz wird steif, verliert an Kraft. Im schlimmsten Fall versagt es vollkommen und bleibt stehen.
Neben verstopften Adern können auch defekte Herzklappen oder eine Herzmuskelentzündung das Organ empfindlich schwächen. "Wo das Problem liegt und wie weit die Herzschwäche bereits vorangeschritten ist, kann nur ein Arzt herausfinden", sagt Andresen. Doch viele ältere Menschen suchen erst sehr spät medizinischen Rat. Zum einen glauben sie, es sei ganz normal, wenn sie nicht mehr so weite Wege oder so viele Treppen schaffen wie früher. Zum anderen macht sich eine Herzschwäche nicht immer sofort bemerkbar. Arbeitet etwa der rechte Teil des Herzens nicht mehr effizient, staut sich das Blut zurück in den Körperkreislauf, und in den Beinen sammelt sich Wasser. Schmerzen entstehen dabei meistens nicht.
Ein unabänderliches Schicksal sind solche Herzprobleme nicht. Durch gezielte Stärkung kann der Leistungsabbau unseres zentralen Muskels gestoppt oder zumindest deutlich verlangsamt werden. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist Bewegung: Ausdauersportarten wie Joggen, Walken, Schwimmen und Radfahren sind besonders gut geeignet. "Durch die Bewegung weiten sich die Blutgefäße, in der Folge sinkt der Blutdruck. Zudem wird der Zuckerstoffwechsel positiv beeinflusst. Auch wer schon an einer Herzschwäche leidet, kann trainieren", rät Prof. Andresen. "Allerdings sollte er es nur unter ärztlicher Kontrolle tun, damit das Herz nicht überfordert wird."
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Autor: Nicole Simon
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