Psychologie
Kosenamen und ihre Bedeutung für die Liebe

Kosenamen sind wichtig für die Partnerschaft. - Foto: © picture alliance / Bildagentur-online/yay

Schatz, Hase, Maus

Was Kosenamen bedeuten

  • Artikel vom 23. Februar 2013

Sie haben einen Kosenamen, möchten ihn aber nicht verraten? Dann sind Sie nicht allein. Kaum jemand spricht über seinen Kosenamen. Wer denkt bei TV-Macho Heiner Lauterbach schon an "Engelchen"? Oder bei der Queen an "Cabbage" – "Kohlkopf"? So nennt Prinz Philip seine Frau.

Nun gut, aber "Muschi" – muss das sein? Hört eine gestandene Frau wie Karin Stoiber, Gattin des CSU-Politikers, es wirklich gern, wenn ihr Mann sie so ruft? Es muss so sein, sonst hätte sich das in 45 Jahren Ehe geändert.

Kosenamen sind etwas sehr Intimes

Eine aktuelle repräsentative Studie des Umfrageportals Befragmich.de ergab: Jeder vierte Deutsche hat einen Kosenamen. Auf Platz eins: "Schatz" vor "Hase", "Maus" und "Bär". Am Ende der Top Ten: "Spatz" und "Baby".

Interessant: Es zeigten sich große regionale Unterschiede. Im Norden gibt man sich häufiger Kosenamen als im Süden. Ganz vorn liegen die Bundesländer Bremen, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Berlin und Niedersachsen. Am seltensten säuseln sich Baden-Württemberger liebevolle Bezeichnungen ins Ohr.

"Bei der Auswertung haben wir manches Mal geschmunzelt", sagt Dr. Gunnar Grieger von Befragmich.de. "Ein bayerisches Paar findet sich zum Vernaschen lecker und nennt sich 'Erdbeere' und 'Pfannkuchen'. Zwei Pfälzer leben als 'Knuddelmann' und 'Knuddelfee' zusammen."

Ob das die Nachbarn wissen? Müssen sie ja auch nicht! Das bleibt in den eigenen vier Wänden. Etwas Sensibilität ist da schon gefragt. Eine Frau sollte ihren "Tiger" nicht lauthals im Supermarkt herbeirufen, um zu fragen, ob er die Salami mit oder ohne Pfefferkörner will. Übrigens: Bei Thea und Thomas Gottschalk ist sie der "Tiger".

Kosenamen und ihre Bedeutung

Man mag Kosenamen ja belächeln, egal ob sie "Mauseschwänzchen", "Brummelchen" oder "Hackedudelchen" heißen. Trotzdem gilt: Sie sind wichtig und haben alle eine Bedeutung. Das sagt die Münchner Diplom-Psychologin Karin-Maria Mensch. "Spitznamen machen jede Partnerschaft individuell und auch vertraut", so die Paartherapeutin.

"Mich wundert es eher, wenn Paare sich keine Kosenamen geben. Manche sagen, sie fänden einfach keinen. Da frage ich mich: Ist ihr Leben zu zweit so ernsthaft, oder können sie auch miteinander lachen?"

Alles hat einen tieferen Sinn: "Jeder Kosename hat eine Botschaft: So sehe ich dich, das wünsche ich mir von dir", sagt Karin-Maria Mensch. Hier einige Beispiele:

Schatzi, Hasi, Mausi, Spatz – das bedeutet, die Partner sind vertraut und liebevoll.

Puschelbär, Schnuffelchen: Ich fühle mich bei dir geborgen.

Zauberfee: Ich bewundere dich.

Goldstück, Prinzessin: Ich verehre dich.

Zuckerschnecke: Die Beziehung ist stark erotisch.

Püppchen: Ich beschütze dich.

Mauseschwänzchen: Du bist niedlich.

Hackedudelchen: Mit dir habe ich Spaß.

Dicker: Ich mag dich, so wie du bist.

Achtung bei Tiernamen

Kosenamen können auch versteckte Sehnsüchte widerspiegeln: "Wenn eine Frau ihren schlaksigen Mann auf den Namen 'Bär' tauft, schwingt sicher der tiefe Wunsch nach einem Beschützer mit", so die Psychologin.

Mit den Bären, Tigern und Hasen ist das eh so eine Sache. Die aktuelle Umfrage ergab, dass es einen Zusammenhang zwischen Kosenamen und Bildungsgrad gibt. Menschen mit niedrigeren Schulabschlüssen wählen offenbar öfter Tiernamen. In höheren Bildungsschichten ist der "Schatz" am häufigsten.

Sie fühlen sich ertappt? Machen Sie sich bloß nicht zu viele Gedanken! Das bleibt eh zwischen Ihnen und Ihrem Liebsten.

Autor: Mirja Halbig

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