Gesunde Ernährung
Orangen enthalten Vorstufen von Vitamin A, das als Augenvitamin gilt.

Orangen enthalten Vorstufen von Vitamin A, das als Augenvitamin gilt. / Foto: © picture alliance / united archives

So stärken Sie Ihren Körper

Vitalstoffe: Energie fürs Leben

  • Artikel vom 20. Januar 2013

Eigentlich ist alles perfekt aufeinander abgestimmt. Die Natur liefert, was wir brauchen, um gesund leben zu können. Denn alle wichtigen Vitalstoffe stecken in den Lebensmitteln, die bei uns angeboten werden. Dementsprechend lautet das Credo der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): alles bestens. In einer Wohlstandsnation wie Deutschland herrscht kein bedrohlicher Vitalstoffmangel.

Doch DGE-Sprecherin Antje Gahl schränkt diese sehr optimistische Darstellung etwas ein: "Die Jodversorgung ist gerade wieder schlechter geworden, und es gibt in Deutschland auch Probleme bei Vitamin D." Denn trotz des guten Lebensmittelangebots kommt es unter bestimmten Umständen bei einigen Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen zum Engpass – der wiederum zu einem echten Mangel führen kann. Deshalb ist in dieser Hinsicht auch nur "eigentlich" alles bestens.

Faktoren wie etwa eine Schwangerschaft, ein erhöhter Alkoholkonsum oder chronische Erkrankungen können den Stoffwechsel so stark beeinflussen, dass unter Umständen ein erhöhter Bedarf ent entsteht. Umgekehrt stellen Forscher bei bestimmten Erkrankungen immer wieder Vitalstoffmangel fest. Menschen mit Schuppenflechte zum Beispiel haben oft zu niedrige Zinkwerte.

Orthomolekularmediziner untersuchen diese enge Verbindung zwischen Krankheiten und Vitalstoffmangel und therapieren ihre Patienten mit besonders hohen Dosierungen, die oft weit über das Zwanzigfache der DGE-Empfehlung hinausgehen. "Bei einigen Erkrankungen gibt man dem Körper mit Vitalstoffen eine Hilfestellung zur Regeneration", erklärt der Hamburger Arzt Dr. Axel Moormann die Vorgehensweise. So setzt er bei Erkrankungen des Nervensystems (Polyneuropathie) zum Beispiel hochdosiertes Vitamin B6 ein.

Welche Vitalstoffe bei welchen Erkrankungen wichtig sind und welche Lebensmittel besonders hohe Konzentrationen an Vitaminen & Co. aufweisen, erfahren Sie auf weiter unten. Die Dosierungsempfehlungen entsprechen den Referenzwerten der DGE.


Augen

Das Auge reagiert sensibel: Licht, Umweltbelastungen, Stoffwechselstörungen und Erkrankungen wie Makuladegeneration, grüner Star (Glaukom) und grauer Star (Katarakt) können den Augen schaden. Nachtblindheit ist vielleicht ein erster Hinweis auf einen Vitamin-A-Mangel.

Wichtige Vitalstoffe Vitamin A (Retinol) gilt als das Augenvitamin. Es hält die Netzhaut gesund und funktionstüchtig.

Dosierung und Quellen Ideal sind 0,9 bis 1,1 mg pro Tag. Achtung: Eine Überdosierung kann schädlich sein. Vitamin A kommt in seiner aktiven Form nur in tierischen Lebensmitteln wie Leber, Milch, Butter und Eidotter vor. Vorstufen des Vitamins (Provitamine) sind in Möhren, Orangen, Paprika, Grünkohl, Kürbis u. a. vorhanden.

Paprika

Paprika liefern das Provitamin A. / Foto: © picture alliance


Darm

Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung,krampfartige Schmerzen – oft ist die Ernährung schuld an Verdauungsbeschwerden. Fehlende Ballaststoffe können Probleme bereiten, aber auch ein Kaliummangel.

Wichtige Vitalstoffe Kalium und Magnesium beeinflussen die Nervenreizleitung und Muskelkontraktionen. Beides wirkt sich auf die Darmtätigkeit aus. Ein Mangel an beidem kann sich durch Verstopfung und Bauchkrämpfe zeigen.

Dosierung und Quellen Kalium: 2 bis 3 g pro Tag. Enthalten in Bananen und Kartoffeln. Magnesium: 350 bis 400 mg pro Tag. In Lebensmitteln findet es sich in Vollgetreideprodukten, Geflügel, vielen Gemüsesorten und in Bananen.


Gehirn

Das Hirn braucht Nahrung: Fehlen Vitalstoffe, äußert sich das mit Konzentrationsstörungen, Gedächtnisausfällen und möglicherweise, so vermuten Forscher, sogar mit psychischen Erkrankungen wie Burn-out. Wichtig: Auch ausreichend Flüssigkeit entscheidet über die Hirnfunktion.

Wichtige Vitalstoffe Eine ungenügende Versorgung mit Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen führt nach kurzer Zeit zu Ausfallerscheinungen. Besonders wenn Eisen und B-Vitamine fehlen. Eisen beeinflusst die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen, und ein Vitamin-B12-Mangel kann bei Älteren das Hirn schrumpfen lassen.

Eier

Gut fürs Hirn: Eier liefern Eisen. / Foto: © picture alliance/chromorange

Dosierung und Quellen Eisen: Frauen 15, Männer 12 mg pro Tag. Frauen leiden doppelt so häufig an einem Eisenmangel wie Männer. Enthalten in: Eidotter, rotem Fleisch, Vollkorn. Vitamin B12: 400 Mikrogramm (μg) pro Tag. In Leber, magerem Fleisch, grünem Blattgemüse.


Gelenke

Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthritis und Rheuma gilt vor allem eines: Betroffene sollten möglichst wenig Fleisch essen, da die darin enthaltene Arachidonsäure Entzündungsprozesse fördert.

Wichtige Vitalstoffe Vitamin E wirkt antioxidativn und kann dadurch Entzündungen und Schmerzen vermindern, wenn es langfristig eingenommen wird. Wichtig: Hochdosiertes Vitamin E aus der Apotheke soll Bluthochdruck möglicherweise erhöhen!

Dosierung und Quellen 12 bis 15 mg pro Tag. Gute Quellen: Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Weizenkeime, Petersilie und Haselnüsse. Eine Handvoll Nüsse oder 20 Gramm Haferflocken decken bereits den gesamten Tagesbedarf an Vitamin E.


Knochen

Die Top-Knochen-Vitalstoffe sind wirklich keine Unbekannten: Kalzium und Vitamin D schützen vor allem Frauen nach den Wechseljahren nachhaltig vor Knochenbrüchen durch Osteoporose.

Wichtige Vitalstoffe Der Knochenaufbau findet nur in den ersten dreißig Lebensjahren statt. Später sorgt eine ausreichende Zufuhr an Kalzium und Vitamin D3 für stabile Knochen. Wichtig: Medikamente, Stress und Bewegungsmangel verstärken das Osteoporose-Risiko.

Dosierung und Quellen Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Personen über 50 Jahren 1200 mg Kalzium in Kombination mit 20 Mikrogramm (μg) Vitamin D pro Tag. In Lebensmitteln kommt Kalzium überwiegend in Milchprodukten und Käse vor. Vitamin D in Lachs, Thunfisch und Eiern.


Haut

Die Haut ist ein Sensibelchen. Sie reagiert auf Umwelteinflüsse genauso wie auf Stoffwechselstörungen. Patienten mit Schuppenflechte oder Neurodermitis und Menschen mit trockener Haut können ihre Beschwerden oft mit Nährstoffen lindern.

Wichtige Vitalstoffe Bei Schuppenflechte kann Vitamin D das Jucken lindern, da es Entzündungen günstig beeinflusst. Neurodermitis bessert sich durch Zink, weil dieses nachweislich die Immunreaktion regelt.

Dosierung und Quellen Vitamin D: 800 internationale Einheiten (IE) pro Tag. Quelle: zum Beispiel fetter Fisch. Zink: 7 – 10 mg pro Tag. Zink kommt vor in Leber, Austern, Linsen und Weizenvollkorn.

Rollmops

Fetter Fisch hat viel Vitamin D. / Foto: © picture alliance/chromorange


Herz

Kalium und der Vitamin-B-Komplex entscheiden neben anderen Faktoren wie dem Cholesterin, ob unser wichtigstes Organ im Takt bleibt oder gefährdet ist.

Wichtige Vitalstoffe B-Vitamine senken erhöhte Homocysteinwerte, die das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen. Kalium benötigt die "Pumpe" für die Muskelkontraktion.

Dosierung und Quellen B-Vitamine für den erhöhten Bedarf werden in Präparaten mit unterschiedlicher Dosierung angeboten. Quellen: Fleisch, Getreide, Gemüse. Kalium: 2 g pro Tag. Zum Beispiel in Bananen, Trockenobst, Champignons, Spinat.


Muskeln

Muskeln brauchen Magnesium. Da es die Muskeln "lockert", beugt es Krämpfen und Verspannungen vor. Kalium ist als "Türöffner" für das Magnesium wichtig.

Wichtige Vitalstoffe Magnesium regelt den Energiestoffwechsel, der Vitamin-B-Komplex sorgt im menschlichen Körper außerdem für das reibungslose Zusammenspiel von Muskeln und Nerven.

Dosierung und Quellen Vitamin-B-Komplex: Fertigpräparate. Magnesium: 350 bis 400 mg pro Tag. Quellen: Milch, Leber und Geflügel. Kalium: 2 g pro Tag. Enthalten beispielsweise in Gemüse, Fisch und Fleisch.


Immunsystem

Infekte oder schwere Krankheiten: Das Immunsystem braucht eine optimale Nährstoffversorgung für eine gute Abwehr. Zink spielt dabei eine zentrale Rolle.

Wichtige Vitalstoffe Zink ist ein Stoffwechsel-Multitalent. Es beeinflusst mehr als 300 Enzyme. Eine Untersuchung der Cochrane Collaboration zeigt: Zink verkürzt die Erkältungsdauer und wirkt vorbeugend (z. B. "Zink Verla", Apotheke). Zudem unterstützt es die "innere Reinigung" von Wunden, etwa nach Operationen. Auch bei Hauterkrankungen wie Akne und Pusteln kann es Besserung bringen.

Dosierung und Quellen 7 bis10 mg pro Tag. Leber, Rind- und Schweinefleisch, Austern, Linsen, weiße Bohnen, Weizenvollkorn.


Schilddrüse

Ohne Jod nichts los: Das gilt absolut für die Schilddrüse. Denn nur mithilfe von Jod können die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone vom Körper gebildet werden. Sie steuern unter anderem den Herzrhythmus, das Gewicht, den Schlaf und die Verdauung.

Wichtige Vitalstoffe Jod ist lebenswichtig. Fehlt es, leiden der Stoffwechsel und die Gehirnfunktion.

Dosierung und Quellen 200 Mikrogramm (μg) pro Tag. Sehr viel in Krustentieren, Scholle, Seelachs.


Stoffwechsel

Diabetes gehört zu den bedrohlichsten Stoffwechselkrankheiten, die sich weltweit explosionsartig vermehren. Neben einer Lebensstilveränderung mit Sport und gesundem Essen kann insbesondere Magnesium die Blutzuckerwerte günstig beeinflussen.

Wichtige Vitalstoffe Magnesium aktiviert Enzyme des Energiestoffwechsels im Körper. Ein Mangel wirkt sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den Darm und den Zuckerstoffwechsel aus. Eine Zusammenfassung von 13 Studien zeigt, dass Personen mit hoher Zufuhr an Magnesium ein um 22 Prozent geringeres Diabetesrisiko haben, da es die Insulinwirkung verbessert (z. B. "Magnesium Verla", Apotheke).

Dosierung und Quellen 350 bis 400 mg pro Tag. Magnesium steckt in Vollkorngetreide, Nüssen, Milch, Leber, Geflügel, Fisch, Kartoffeln.


Sendehinweis: ''Faszination Wissen - Im Reich der Viren''

Der tägliche Wettlauf gegen die Grippe
MO, 21.1., BR, 22.00 Uhr

Autor: Esther Langmaack

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