Gesunde Ernährung
Ein voller Kühlschrank

Ein voller Kühlschrank birgt die Gefahr, dass Lebensmittel darin übersehen werden. / Foto: © dpa

So werfen Sie weniger weg

Schluss mit der Lebensmittel-Verschwendung!

  • Artikel vom 03. Dezember 2012

Wie lagert man Tomaten? Im Kühlschrank? Nein! Im Obstkorb? Nein! "Richtig wäre: außerhalb des Kühlschranks, getrennt von Obst und Gemüse", sagt Ernährungsministerin Ilse Aigner. "Tomaten vertragen keine Kälte. Und sie geben beim Nachreifen ein Gas ab, das benachbartes Obst und Gemüse schneller altern, also verderben lässt."

Küchenregeln wie diese scheinen in Vergessenheit zu geraten oder aus Bequemlichkeit ignoriert zu werden. Wie ließe sich sonst erklären, dass in Deutschland 44 Prozent der privaten Lebensmittelabfälle aus Obst und Gemüse bestehen? Verschwenderisch gehen wir auch mit Back- und Teigwaren um: Sie machen 20 Prozent dieser Müllmenge aus. Ermittelt hat die traurigen Zahlen im Auftrag der Ministerin die Universität Stuttgart. Ihr zufolge entsorgt jeder jährlich Essbares im Wert von 235 Euro.

"Persönlich haben die meisten zwar nicht den Eindruck, Lebensmittel zu verschwenden", so Aigner. "Unsere Zahlen beweisen aber das Gegenteil." Dabei wäre es gar nicht schwer gegenzusteuern. Drei Bereiche sollte man dabei beachten: Einkauf, Resteverwertung und Lagerung.

➜ Richtig einkaufen

"Wie oft eilen wir durch den Supermarkt, ohne zu wissen, was wir wirklich brauchen", sagt Aigner. Deshalb greifen wir nach allem, was lecker aussieht: Granatapfel, Rucola, der neue Weichkäse. Zu Hause bleiben solche "Spontankäufe" oft liegen. Vermeiden lässt sich das mit guter Planung. "Schauen Sie als Erstes im Vorratsschrank nach, ob benötigte Waren noch vorhanden sind", rät Aigner. Einmal angelegt, geraten Vorräte nämlich schnell in Vergessenheit.

Auch Supermärkte fördern die Verschwendung: "Drei Produkte zum Preis von zweien", heißt es dort oft. Aigner: "Solche Sonderangebote sehe ich kritisch: Verliert man nach einer Packung die Lust, landen zwei Drittel des Einkaufs im Müll."

➜ Reste verwerten

Was von Mahlzeiten übrig bleibt, bitte nicht wegwerfen: Für jeden Rest gibt es ein passendes Rezept (www.gofeminin.de). Reste nicht im Topf auf dem Herd lassen, sonst sind sie höchstens noch einen Tag genießbar. Werden sie aber gut verschlossen im Kühlschrank verwahrt, sind es mindestens drei Tage.

Uns sollte stets bewusst sein: Mit jeder weggeworfenen Tomate, jedem Brot werden wertvolle Ressourcen wie Ackerboden und Wasser vergeudet. Ein Skandal, denn weltweit hungern über eine Milliarde Menschen. Aigner: "Natürlich wird keiner unmittelbar satt, wenn wir weniger wegwerfen. Doch aus Respekt vor den Hungernden und der Schöpfung sind wir verpflichtet, mit Lebensmitteln achtsam umzugehen."

➜ Besser lagern – weniger wegwerfen!

● Im Kühlschrank: Neues nach hinten, Älteres nach vorn! So sehen Sie sofort, was demnächst verbraucht werden muss. Heimisches Obst liebt es kühl, exotisches warm. Von Letzterem mögen nur Feige und Kiwi in den Kühlschrank.

● Im Regel: Vorratsschrank gut ordnen und regelmäßig sichten. So behalten Sie Ihre "Schätze" im Blick.

● In der Kühltruhe: Was Sie selbst einfrieren, sollte so frisch wie möglich sein. Dann bleibt es länger haltbar. Einmal Aufgetautes kann bedenkenlos wieder eingefroren werden. Wird es später gründlich erhitzt, ist das gar kein Problem.

Autor: Stefan Vogt

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