Gesunde Ernährung
Gesunder Genuss: Für jeden Geschmack gibt es den passenden Tee.

Gesunder Genuss: Für jeden Geschmack gibt es den passenden Tee. / Foto: © picture alliance/WILDLIFE

Tee-Wissen kompakt

Das große Tee-Abc von ''aromatisiert'' bis ''Zeremonie''

  • Artikel vom 16. November 2012

Es soll ja Menschen geben, die Tee nur dann trinken, wenn sie krank sind. In der Regel gibt es dann auch bloß Kräutertee – und nicht den echten aus der Pflanze Camellia sinensis. Genau dieser Tee aber ist der wahre Genuss: Die Auswahl reicht vom würzig-kräftigen Schwarztee – mit einem Anteil von 76,5 Prozent am Gesamtkonsum die liebste Sorte der Deutschen – über leicht bitteren Grüntee bis hin zum blumigen weißen Tee. Und das ist nur die Basis des umfangreichen Teesortiments.

Die Ostfriesen wissen eine gute Tasse Tee ganz besonders zu schätzen: Mit knapp 300 Litern, rund dem Zwölffachen des bundesweiten Pro-Kopf-Verbrauchs, trinken sie so viel Tee wie sonst niemand auf der Welt. Platz zwei auf der Hitliste der Teetrinker belegen die Kuwaiter mit 290 Litern, Platz drei geht an die Iren (257 Liter).

Die Herkunft unseres Tees

Mit Abstand am meisten Tee, vor allem grünen, liefert uns China: Knapp 14.900 Tonnen wurden im Jahr 2011 importiert. Schwarzer Tee kommt hauptsächlich aus Indien nach Deutschland, insbesondere aus dem größten Anbaugebiet Assam und aus der bekannten Region Darjeeling. Wichtige Lieferanten sind außerdem Sri Lanka sowie Indonesien und Afrika. Hier ist vor allem Kenia zu nennen – als größter Teeexporteur der Welt.

Das große Tee-Abc

A wie Aromatisiert Mit allerlei Zusätzen kann man Tee eine besondere Geschmacksnote verleihen. Dazu gehören zum Beispiel frische Blüten, natürliche Öle und naturidentische Aromen wie Vanille, Zimt oder Bergamotte.

B wie Broken Orange Pekoe (BOP) Bezeichnung für gebrochene und maschinell zerkleinerte Teeblätter. Sie duften intensiv, und der Tee schmeckt leicht bitter mit süßlichem Abgang.

Lapacho

Indischer Masala chai / Foto: © picture alliance/Robert Harding World Imagery

C wie Chai Gewürztee aus Südasien/Indien. Zu seinem klassischen Rezept gehören neben Schwarztee auch noch Kardamom, Ingwer, Nelken, Zimt, Anis und Fenchel sowie heiße Milch und Honig oder Zucker.

D wie Dust Fein zerkleinerter und gesiebter Teestaub mit intensivem Aroma. Nicht so hochwertig wie größere Teeblätter, aber sehr ergiebig
Darum wird Dust häufig für Beuteltees verwendet.

E wie ECGC Abkürzung für den Gerbstoff Epigallocatechingallat, der vor allem in grünem Tee enthalten ist – etwa 200 mg davon stecken in einer Tasse. Man vermutet, dass dieser Stoff das Krebsrisiko senken bzw. das Tumorwachstum verlangsamen kann.

F wie Flowery Orange Pekoe (FOP) Für diesen Blatttee werden junge, aufblühende Triebe und Triebspitzen gepflückt. Dadurch ergibt sich ein hochwertiger, heller Tee mit einem besonders blumigen Aroma. Flowery Broken Orange Pekoe (FBOP) enthält ebenfalls einen gewissen Knospenanteil, besteht aber aus gebrochenen Blättern.

G wie Grüner Tee Er wird im Gegensatz zu schwarzem Tee nicht fermentiert. Das heißt, die Oxidation der Enzyme in den Teeblättern wird unterbrochen. Entweder durch Röstung der Blätter in großen Pfannen (chinesische Methode) oder durch kurze Erhitzung über Wasserdampf (japanische Methode). So bleibt das Blattgrün erhalten.

H wie Hibachi So nennt man das kleine flache Holzkohlebecken, auf dem bei der japanischen Teezeremonie das Wasser für den Tee erhitzt wird.

I wie Infusion Bezeichnung für die feuchten Teeblätter nach dem Aufguss. Bei einem guten Tee kann die Infusion auch ein zweites Mal aufgegossen werden. Übrigens: In vielen fremdsprachigen Ländern ist Infusion der Ausdruck für Kräutertee – im Unterschied zu echtem Tee aus der Teepflanze.

J wie Jasmintee Grüner oder halbfermentierter chinesischer Tee, der entweder echte Jasminblüten enthält oder über einem Blütenbad mit ihrem Aroma bedampft wurde. Er gilt als der erste Versuch, Tee durch die Zugabe von Blüten zu verfeinern.

K wie Koffein Ist in den Knospen und Blättern von grünem und schwarzem Tee enthalten. Zieht der Tee nur kurz, wirkt er anregend, ab etwa fünf Minuten Ziehzeit verbindet sich das Koffein jedoch mit den Gerbstoffen des Tees, das Getränk wird bitterer – und seine anregende Wirkung nimmt ab.

Lapacho

Ein Lapachobaum / Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

L wie Lapacho So heißen verschiedene Baumarten in Mittel- und Südamerika, aus deren Innenrinde Tee gewonnen wird. Der Aufguss schmeckt ähnlich wie Rooibostee. Er gilt als verdauungsanregend und enthält keinerlei Koffein.

M wie Matcha Zu einem feinen Pulver gemahlener japanischer Grüntee, der für die Teezeremonie verwendet wird. Er zählt zu den teuersten Teesorten, wird mit einem Bambusbesen in einer Schale schaumig gerührt und schmeckt lieblich-süß.

N wie Natural Leaf Naturbelassene grüne Teeblätter, die weder zerteilt noch gerollt wurden. Vorteil: Diese Blätter sind wunderbar mild im Geschmack.

O wie Oolong Eine traditionelle chinesische Teesorte. Sie ist halbfermentiert und liegt daher geschmacklich zwischen grünem und schwarzem Tee. Oolong kann mehrmals aufgegossen werden.

P wie Pu Erh Stammt von einer Unterart des Teestrauchs, die Qingmao genannt wird. Pu Erh lagert besonders lange und erhält durch diesen speziellen Reifungsprozess eine sehr dunkle, rötliche Farbe – darum nennt man Pu Erh auch roten Tee.

R wie Rooibos Vollmundiger, milder Tee aus Südafrika, der bei uns sehr beliebt ist, weil er weder Farbstoffe noch Zusätze oder Koffein enthält. Es gibt auch grünen Rooibuschtee. Dieser beinhaltet weniger Tannine als Grün- oder Schwarztee und schmeckt deshalb auch nicht so bitter.

S wie Schattentee So nennt man Teepflanzen, die ein paar Wochen vor der Ernte mit Bambusmatten beschattet wurden, sodass sie mehr Chlorophyll und weniger Gerbstoffe entwickeln. Er gilt als Spitzentee, dessen fruchtiges, kaum bitteres Aroma einst dem japanischen Kaiser vorbehalten war.

T wie Tippy Golden Flowery Orange Pekoe (TGFOP) Tee, der aus großen, qualitativ möglichst hochwertigen Blättern besteht und im Vergleich zu allen anderen Blatttees den höchsten Anteil an besonders feinen Blattspitzen enthält.

W wie Weißer Tee Unfermentierter chinesischer Tee aus jungen Blattknospen mit weißem Flaum, die schonend an der Luft getrocknet werden. Einer der edelsten und teuersten Tees.

Zeremonie Teeritual aus Japan, bei dem man sich in einem Teehaus zur inneren Einkehr trifft. Der Brauch geht auf den Zenbuddhismus zurück und kann einige Stunden dauern.

Lapacho

Traditionell wird bei einer Teezeremonie in Japan Matchatee gereicht. / Foto: © dpa

Autor: Melanie Schirmann

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