Gesunde Ernährung
Gesundes Essen senkt den Cholesterinspiegel

Wer öfter einen vegetarischen Tag einlegt, ver­ringert die Zufuhr der gefährlichen Fette. - Foto: © picture alliance/Beyond

Wirkstoffe aus der Natur

Cholesterin senken

  • Artikel vom 21. November 2013

Ernste Warnung oder Panikmache? Wenn es um die Blutfette, also um das Cholesterin geht, sind sich die Experten uneins und die Patienten
oft verunsichert. Mehr als 80 Prozent aller Deutschen über 50 gelten als krank, weil ihr Cholesterinwert über 200 mg/dl liegt. Sie alle, so heißt es, riskieren Gefäßverkal­kungen, die später zu einem Herzinfarkt führen können. Oder gar zum Schlaganfall.

Da die meisten Ärzte von dieser These überzeugt sind, verschreiben sie Medikamente, um die Blutfette zu senken. Doch oft sind diese Arzneien gar nicht nötig, denn Blutfette lassen sich auch ganz natür­lich reduzieren. Davon sind zwei Freiburger Professoren überzeugt. Der Labormediziner Prof. Aloys Berg und der Internist Prof. Daniel König sagen: "Allein über die Auswahl der Lebensmittel lassen sich Cholesterinwerte positiv beeinflussen!"


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Jeder könne das schädliche LDL-Cholesterin um acht bis zehn Prozent senken, wenn er seltener zu Lebensmitteln mit sogenannten Transfettsäuren greift oder ganz auf sie verzichtet.

Fast Food
Foto: © picture-alliance / beyond/Junos

Die schädlichen Fette entstehen beim Erhitzen von ungesättigten Fettsäuren. Fast Food, Fertigprodukte, Backfette, Blätterteig, Gebäck, Kuchen sowie alle frittierten Speisen und Snacks solle man daher meiden. Auf diese Art könne man sein LDL-Cholesterin reduzieren - ganz ohne Medikamente und deren Nebenwirkungen.

Gezielter und gesünder essen

"Eine strenge Diät muss dennoch niemand halten", erklärt dazu Prof. Berg. "Man muss nur gezielter und gesünder essen." Eini­gen Bestandteilen unserer Nahrungsmittel bescheinigen wissenschaftliche Studien bereits, Cholesterin effektiv zu senken. Das gilt zum Beispiel für die Vielfachzucker. Sie stecken in Hafer, Gerste und Flohsamen­schalen. Besonders günstig wirken auch bestimmte essenzielle Fettsäuren, die in fettem Seefisch, Nüssen, Mandeln und Soja enthalten sind. Die dritte Gruppe, die nachweislich hilft, sind die sekundären Pflanzenfarbstoffe. Sie kommen vor allem in Früchten, Gemüsen, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen vor.

Nussbällchen
Foto: © dpa

Die Forscher ertei­len sogar kleinen Naschereien ihren wis­senschaftlichen Segen: Wer täglich zwei Riegel dunkle Schokolade verzehrt, deren Kakaogehalt über 70 Prozent liegt, kann seinen LDL-­Wert schon innerhalb von vier Wochen um etwa fünf Prozent senken.

Eine Faustregel zur cholesterinbewuss­ten Ernährung kann sich jeder ganz einfach merken: Pflanzen stellen kein Cholesterin her! Wer öfter einen Veggie Day einlegt, also einen fleischlosen, vegetarischen Tag, ver­ringert die Zufuhr der gefährlichen Fette. Alle, die zudem abspecken möchten, sollten sich an folgendes Limit halten: Frauen nicht mehr als 50 Gramm Fett täglich, Män­ner nicht mehr als 70 Gramm!

Vegetarisches Essen
Foto: © dpa

Bewegung

Ernährung ist natürlich nur ein Aspekt. Der zweite lautet: Bewegung. Prof. König: "Sie ist ein natürlicher Feind des Fetts!" Schon 30 Minuten körperliche Aktivität täglich ak­tivieren Enzyme des Fettstoffwechsels, die das Cholesterin wieder in Balance bringen.

Was viele nicht wissen: Cholesterin ist ein lebensnotwendiger Stoff! Den größten Teil der Blutfette, die in unserem Körper zir­kulieren, produzieren wir selbst. Steigt ihre Konzentration zu sehr an, kann der Körper das im Normalfall regulieren. Bei gesunden Menschen werden die Überschüsse in die Leber geleitet, verstoffwechselt, abtransportiert und ausgeschieden. Verzehren wir aber regelmäßig zu viel fettes Fleisch, Wurst und gehaltvolle Milchprodukte, versagt der wichtige Regelmechanismus. Überschüs­siges LDL-­Cholesterin, das im Blut kreist, lagert sich dann in den Blutgefäßen ab – es drohen Infarkte. Das ist keine Panikmache, sondern eine Ermunterung: Lassen Sie es nicht so weit kommen. Sie kön­nen viel dagegen tun. Packen Sie's an!

Natürliche Cholesterinsenker

Bei diesen Lebensmitteln dürfen Sie zulangen! Sie regulieren nachweislich die Blutfette. Zu angeblichen Cholesterinsenkern wie Artischocke, Chicorée, Grapefruit, Knoblauch oder Blütenpollen gibt es noch keine gesicherten Daten.

• Buntes Gemüse

Buntes Gemüse
Foto: © picture alliance / Bildagentur-online/TipsImages-Po

Buntes Gemüse wie Erbsen, Möhren, Paprika und Beeren enthalten schützende Farbstoffe. Vegetarische Kost entlastet den Fettstoffwechsel

• Soja

Sojabohnen
Foto: © dpa

Bitte zugreifen: Sprossen und Tofu verringern das LDL-Cholesterin

• Nüsse

Nüsse auf einem Teller
Foto: © dpa - Bildarchiv

Eine Handvoll Nüsse täglich reduziert die Gefahr von Herzinfarkten

• Fetter Fisch

Lachs ist ein fetter Fisch
Foto: © dpa

Fetter Fisch sollte zweimal pro Woche verzehrt werden.

• Raps-, Sesam-, Soja- und Olivenöl

Speiseöl
Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Tipp: Bevorzugt auf Raps-, Sesam-, Soja- und Olivenöl umsteigen


Was bedeuten LDL und HDL?

• LDL

LDL gilt als das "böse" Cholesterin. Es kann in kleinste Verletzungen der Gefäße eindringen, die beispielsweise durch Rauchen und Bluthochdruck entstehen. Dort lagert es sich ab, es entsteht die Gefahr von Verkalkungen (Arteriosklerose). Grenzwert: 200 mg/dl.

• HDL

HDL bezeichnet das "gute" Cholesterin. Es transportiert überschüssiges LDL aus dem Blut zur Leber. Dort wird es verstoffwechselt, anschließend ausgeschieden. Der Wert sollte mindestens 40 mg/dl betragen.

• Triglyzeride

Triglyzeride ist ein Oberbegriff für ganz unterschiedliche Fettsäuren. Steigt der Wert im Blut über 170 mg/dl, könnte sich das Thromboserisiko erhöhen.

Autor: Esther Langmaack

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