Gesund leben
Für langes Bildschirmstarren sind unsere Augen eigentlich nicht geeignet.

Gönnen Sie Ihren Augen öfter am Tag eine Pause, denn für langes Bildschirmstarren sind unsere Augen eigentlich nicht geeignet. - Foto © picture alliance / Bildagentur-o

Sechs effektive Übungen

So bleiben Ihre Augen fit

  • Artikel vom 10. November 2012

Wieder einmal stundenlang am Computer gesessen? Bis spät in die Nacht ferngesehen? Zu lange auf das Handydisplay geschaut? Kein Wunder, dass die Augen rebellieren. Sie sind trocken, gerötet, jucken oder brennen. Schlimmstenfalls lässt die Sehkraft nach. Ob Erwachsener oder Kind, jeder kann mit einfachen Übungen einer Sehschwäche entgegenwirken und Erkrankungen vorbeugen.

Das Problem: Für langes Bildschirmstarren sind unsere Augen eigentlich nicht geeignet. Von Natur aus erweisen sie sich vielmehr als perfekte Konstruktion für das Erkennen von Bewegungen. "Sechs äußere und zwei innere Muskeln können das Auge schnell und präzise justieren", erklärt Sehtrainer Leo Angart. "Allerdings benutzen wir unsere Augen heute zumeist nur in einer Entfernung. Dies führt zu einer chronischen Spannung im Augenbereich." Konsequenz: Die Augenmuskeln verkrampfen und verkürzen sich. Dadurch entsteht Fehlsichtigkeit.

Schon einfaches Sehtraining hilft

Leo Angart, der weltweit Workshops zu Sehübungen veranstaltet, sagt: "Wird nun eine Brille angepasst, verschlechtert sich diese Situation oft noch." Durch gezielte Augengymnastik kann man jedoch Erkrankungen vorbeugen und einer Sehschwäche frühzeitig entgegenwirken. Das funktioniere in jedem Alter, behauptet zumindest Angart, dessen neues Buch "Kinder brauchen keine Brille" (Nymphenburger, 176 S., 17,99 €) gerade erschienen ist.

Schon einfaches Sehtraining hat den Effekt, dass sich die Augenmuskeln entspannen und erholen. Das Gute: Man kann es überall machen – und mal eben schnell zwischendurch. Der Sehtrainer verrät die besten Fitnessübungen für gestresste Augen:

1. Übung: Augenkreisen - Bei Müdigkeit und Trockenheit

Drehen Sie Ihre Augen, so weit Sie können, zuerst nach links, dann nach unten, weiter nach rechts und schließlich nach oben. Verharren Sie jeweils eine halbe Minute lang in der Augenstellung. Lassen Sie anschließend die Augäpfel langsam kreisen – zunächst in die rechte, danach in die linke Richtung. Zum Abschluss klimpern Sie noch ein paarmal mit den Augenlidern.

2. Hand-Übung - Bei Weitsichtigkeit

Decken Sie mit einer Hand ein Auge ab. Strecken Sie den anderen Arm aus, und führen Sie die Hand langsam näher ans Auge heran (siehe großes Foto links). Fixieren Sie die Fingerspitzen, bis Sie diese nicht mehr scharf sehen können. Dieser "Nahpunkt" sollte nicht weiter als 15 Zentimeter vom Auge entfernt sein.

3. Lese-Übung - Bei Alterssichtigkeit

Führen Sie einen sehr klein gedruckten Text so nah an Ihre Augen, bis Sie ihn im Abstand von 15 Zentimetern oder weniger erkennen können. Lesen Sie ihn mehrmals am Tag. Erst bei gutem Tageslicht, dann bei verschiedenen künstlichen Lichtquellen. Bringen Sie ihn immer näher an Ihre Augen heran.

4. Finger-Übung - Bei Gereiztheit

Halten Sie Ihren Zeigefinger etwa 30 Zentimeter von Ihrer Nasenspitze entfernt. Ihr Kopf verharrt in einer Position. Führen Sie Ihren Finger weit nach oben. Schauen Sie ihm nach. Führen Sie Ihren Finger weiter – so wie auf dem Zifferblatt einer Uhr zur Zeigerstellung auf 1, 3, 5, 7, 9 und 11 Uhr. Folgen Sie Ihrem Finger dabei mit den Augen.

5. Domino-Übung - Bei Sehschwäche von Kindern

Bringen Sie eine Abbildung von Dominosteinen in Augenhöhe des Kindes an. Das Kind geht so weit weg, bis es die Punkte auf den Steinen nur noch etwas verschwommen sieht. Es lässt die Augen zunächst über die erste Dominoreihe dreimal hin- und hergleiten. Dann schließt es die Augen und lässt den Blick in Gedanken wieder dreimal über die Reihe schweifen. Dann macht es die Augen auf und blickt einen Dominostein an. Fragen Sie es, wie viele Punkte auf dem Stein sind. Danach tritt das Kind noch einen kleinen Schritt weiter weg und wiederholt die Übung.

6. Übung: Tibetisches Rad - Bei Hornhautverkrümmung

Halten Sie das "Tibetische Rad" (Hier Vorlagen zum Ausdrucken) 2,5 Zentimeter vor sich. Ihre Nasenspitze zeigt auf den weißen Kreis in der Mitte. Während Sie einatmen, hüpfen Ihre Augen die linken Stufen hinauf bis zur Kugel. Pausieren Sie zwei Sekunden. Wandern Sie danach mit den Augen beim Ausatmen so langsam wie möglich die rechten Stufen hinunter. Bewegen Sie die Augen zuerst im, dann gegen den Uhrzeigersinn um das ganze Rad. Dreimal täglich.

Natürlich ersetzt das Augentraining keine professionelle Hilfe. Bei nachlassender Sehkraft oder häufigen Beschwerden gehen Sie zum Augenarzt!

Autor: Anja Matthies

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