Gesund leben
Herzgesundheit: Ein regelmäßiger Check rettet Leben.

Herzgesundheit: Ein regelmäßiger Check rettet Leben. / Foto: © picture alliance/JOKER

31. Januar: 18 bis 20 Uhr

Große HÖRZU-Telefonaktion zur Herzgesundheit

  • Artikel vom 30. Januar 2013

Tag für Tag gefährden wir unsere Gesundheit. Wir wissen es – aber wir machen weiter wie bisher. Obwohl Experten wie Prof. Thomas Meinertz sicher sind: "80 Prozent aller Herzinfarkte ließen sich vermeiden." Seit mehr als 35 Jahren kümmert sich der Spezialist, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung, um sein "Herzensthema". Der 68-Jährige wird nicht müde, Patienten in der Praxis oder bei Vorträgen zu erklären, was sie tun sollten, um möglichst lange und herzgesund zu leben. Die meisten Maßnahmen sind bekannt, trotzdem sorgen sich selbst Betroffene kaum.


Große Telefonaktion: Rufen Sie uns an!

■ Haben Sie ein erhöhtes Infarktrisiko? Möchten Sie mehr über Prophylaxe wissen? Stehen Sie oft unter Stress? Was auch immer Sie belastet oder Ihnen Angst macht, die renommierten Experten Prof. Meinertz, Prof. Andresen und Prof. Trappe von der Deutschen Herzstiftung beantworten all ihre Fragen.

Nutzen Sie die Chance, Ihre ganz persönlichen Herzensangelegenheiten mit Deutschlands besten Spezialisten ausführlich am Telefon zu klären.*

Prof. Thomas Meinertz
Schwerpunkte u. a. Prophylaxe und koronare Herzkrankheit
Rufnummer: 01802-00 29 02

Prof. Dietrich Andresen
Schwerpunkte u. a. Gefäßerkrankungen, Notfallmedizin
Rufnummer: 01802-00 29 01

Prof. Hans-Joachim Trappe
Schwerpunkt u. a. Herzrhythmusstörungen
Rufnummer: 01802-00 29 03

(*0,06 Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz. Kosten für Anrufe aus den Mobilfunknetzen können davon abweichen.)


Das ergab auch eine Umfrage der Techniker Krankenkasse: Nicht einmal Patienten, die bereits Herzmedikamente nehmen, kümmern sich um ihren wichtigsten Muskel. Weniger als jeder fünfte Herzkranke ernährt sich bewusst. Prof. Meinertz’ Motto ist deshalb klar: Das Herz zu schützen ist einfach, fangt doch bitte an! Immer wieder schärft er das Bewusstsein der Menschen dafür. Und lebt selbst nach seinen Maximen: "Jeden Tag gehe ich zweimal 30 bis 45 Minuten mit meinem Irish Setter spazieren. Das hält mich fit und passt zu meinem Alter."

Bewegung

Damit macht der Herzexperte vor, was jeder tun sollte: Er bewegt sich regelmäßig. "Ausdauertraining ist das Herzschutzmittel Nummer eins", erklärt Meinertz, "und sei es nur strammes Spazierengehen." Je jünger und fitter man ist, desto stärker darf man sich dabei anstrengen. Möglicherweise verhindert man auf diese Weise, dass zu einem späteren Zeitpunkt medizinische Implantate als Gefäßstütze nötig werden, etwa Stents.

Sport lässt zusätzliche Gefäße sprießen, die ähnlich wie ein operativer Bypass die Gefahr von Engpässen durch "verkalkte" Gefäße (Arteriosklerose) entschärfen. Diese nachwachsenden Umgehungsgefäße, auch Kollateralen genannt, konnten in den Beinen bereits nachgewiesen werden. Im Bereich des Herzens ist ihr Nachweis komplizierter, da es hierfür kein uneingeschränkt harmloses Verfahren gibt. Prof. Meinertz erklärt aber: "Die Forscher sind sich einig, dass Gefäße durch Sport auch am Herzen nachwachsen. Unklar ist, wie stark sie sprießen. Auf jeden Fall aber fördert Bewegung die Bildung von Kollateralen."

Bewegung beugt Herzinfarkten vor

Doppelt gut: Bewegung und prima Laune / Foto: © picture alliance / dpa Themendienst

Kann Bewegung Stents tatsächlich überflüssig machen? Ja – das belegt eine Studie des Herzzentrums Leipzig. Eine Gruppe von Patienten mit Gefäßverengung (koronarer Herzkrankheit) bekam dort Stents eingesetzt, eine andere absolvierte ein eng überwachtes Sportprogramm, bei dem zwei- bis dreimal täglich 15 Minuten auf einem Fahrradergometer trainiert wurde. Sowohl die ersten Zwischenergebnisse wie die Langzeitbeobachtung nach vier Jahren zeigten: In Kombination mit guter Medikamenteneinstellung ist Training der Behandlung mit Stents oder durch Ballonaufdehnung sogar überlegen.

"Die Frage ist immer: Was passt zu mir und meinem Lebensstil? Was ist machbar?", so der Experte aus Hamburg. Er selbst würde lieber auf der Alster rudern, als nur stramm spazieren zu gehen. "Aber das ist oft zu aufwendig", so Meinertz, der einen prall gefüllten Terminkalender hat. Seine Gesundformel lautet: vier- bis fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten Ausdauertraining verlängern das Leben und verbessern die Lebensqualität.

Ernährung

Auch beim Essen hat der Herzspezialist genaue Regeln. Beispiel Butter: "Frisch auf einem warmen Baguette? Herrlich! Aber unter Wurst, Käse oder Marmelade hat sie nichts zu suchen. Das sind Nachkriegsgewohnheiten, die heute überflüssig sind", so Meinertz. Genießen kann ganz einfach und immer herzgesund sein, es kommt nur auf die Dosierung an.

Auch beim Salz. Obwohl Forscher noch über seine Wirkung streiten, sagt Prof. Meinertz klar: Für Leute, die ihr Essen salzen, ohne es überhaupt probiert zu haben, fehle ihm jedes Verständnis. Sein persönlicher Rat an alle, die bereits Herzprobleme oder einen erhöhten Blutdruck haben: zwei bis vier Gramm Salz pro Tag sind das Maximum!

Auch bei Eiern richten sich die Empfehlungen danach, ob man noch gesund oder schon krank ist. Fitte Menschen dürfen bis zu sieben Eier pro Woche essen. Wer bereits unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, sollte sich auf zwei beschränken.

Bei allen Ernährungsregeln gilt: Herzschutz und Genuss schließen sich nicht aus. Statt Butter und Sahne sollte man einfach viel Oliven- oder Rapsöl verwenden, weniger rotes Fleisch, dafür mehr Fisch, magere Milchprodukte und vor allem viel Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und Obst. Diese klassische Mittelmeerdiät übertraf auch bei Forschungen zur Lyon Diet Heart Study alle Erwartungen: Herzinfarktpatienten, die ihre Ernährung umstellten, hatten im Vergleich zu Teilnehmern einer Gruppe, die normal aß, vier Jahre später ein um 50 Prozent geringeres Risiko, erneut einen Infarkt zu erleiden.

Vorsorge

Beim Thema Vorsorge gilt: Jeder sollte grundsätzlich alle Möglichkeiten wahrnehmen, die die gesetzlichen und privaten Kassen bieten. Für Männer ist es ratsam, bereits ab 35 Jahren zum kostenfreien Check-up zu gehen, Frauen sollten dies möglichst zwischen 40 und 50 tun. Anschließend ist es sinnvoll, alle zwei Jahre eine gründliche Untersuchung vornehmen zu lassen, sofern keine Beschwerden vorliegen. Ansonsten gilt: jedes Jahr zum Herz-TÜV!

Vorsorgeuntersuchung

Alle zwei Jahre sollte jeder zur Vorsorge-Untersuchung gehen. / Foto: © picture alliance/chromorange

Auch andere Risiken gilt es zu beobachten beziehungsweise zu kontrollieren. Prof. Meinertz: "Jeder sollte etwa seinen Cholesterin- und seinen Blutdruckwert kennen! Sind beide Werte im Normbereich, ist ein Herzinfarkt unwahrscheinlich."

Auch die Natur bietet Vorsorgemaßnahmen. So belegen aktuelle Studien, dass der Weißdornextrakt WS 1442 (z. B. "Crataegutt", Apotheke) die Sauerstoffaufnahme und die Nährstoffversorgung des Herzens verbessert sowie die Herzleistung messbar steigert. Zudem hält der Weißdornextrakt die Gefäße elastisch. Das ist wichtig, damit der Körper auch unter Belastung bis in die Zehen- und Fingerspitzen gut durchblutet ist.

Stressmanagement

Letzter Punkt: der tägliche Stress. Hier spielt die eigene Wahrnehmungsfähigkeit eine wichtige Rolle. "Die meisten Menschen realisieren gar nicht, dass sie total unter Druck stehen", beobachtet Prof. Meinertz. In der Praxis lässt er seine Patienten etwas über sich selbst erzählen, misst den Blutdruck und die Herzfrequenz. Mehr braucht er nicht: "Dann sage ich: Sie gefährden Ihre Gesundheit!"

Meinertz möchte die Menschen wachrütteln: "Denn Stress entsteht nur im Kopf, und Dauerstress verkürzt das Leben." Es muss im Kopf klick machen, damit wir merken, in welche Richtung wir durch Dauerbelastung und Perfektionismus steuern. Dann sollten wir lernen, lockerzulassen – mit Entspannungstraining oder Spaziergängen, psychotherapeutischer Hilfe oder einem der vielen, auch von den Kassen unterstützten Kurse.

Prof. Meinertz schnappt sich nach anstrengenden Stunden am liebsten seinen Setter Tertia. Eine halbe Stunde später ist der Stress dann komplett vergesssen.

Autor: Esther Langmaack

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