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Gesundheit
Mittagsschlaf tut gut

Mittagsschlaf tut gut - Foto: © Valua Vitaly / Fotolia.com

Tipps für erholsame Nächte

Endlich gut schlafen

  • Artikel vom 20. April 2010

Etwa ein Drittel des Lebens verbringen wir im Schlaf. Zeit, abzuschalten und eine Ruhepause einzulegen von all den Eindrücken, Bildern, Tönen und Emotionen des Tages. Denken wir. Doch so ganz stimmt das nicht. Im unserem Oberstübchen brennt immer Licht. Auch wenn wir schlummern, fließen elektrische Ströme als Boten zwischen den verschiedenen Teilen des Gehirns hin und her, Nervenzellen knüpfen gezielt Verbindungen. "Der Schlaf ist eine wichtige Zeit für Reparaturen und Aufräumarbeiten“, erklärt Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums an der Charité in Berlin. Doch woran arbeitet das Gehirn dann genau? Und vor allem: Was haben wir eigentlich von dieser Nachtschicht? "Das Gehirn nutzt sie, um die unzähligen Eindrücke des Tages noch einmal aufzurufen und dauerhaft im Gedächtnis zu speichern", so der Experte. Bewegungsabläufe verinnerlichen wir im Traumschlaf, für Sprachen oder Matheformeln brauchen wir den Tiefschlaf."

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Selbsttest: Haben Sie Schlafstörungen?

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Goethe war Langschläfer
Andererseits ermöglichen die nächtlichen Umbauarbeiten im Nervenzellgewebe, das Gehirn zu entrümpeln und aufnahmefähiger zu machen für den nächsten Tag. Das Immunsystem nutzt die Zeit, um sich zu regenerieren. Zudem wird nachts ein Wachstumshormon ausgeschüttet, das Haut, Haare und Knochen wachsen lässt und den Fettstoffwechsel reguliert. Wie viel Schlaf jeder Mensch braucht, lässt sich nicht pauschal sagen. "Leonardo da Vinci soll nur etwa alle vier Stunden für eine Viertelstunde geruht haben – ein geborener Kurzschläfer", sagt Ingo Fietze. Große Denker wie Goethe oder Einstein waren hingegen ausgesprochene Langschläfer. Im Schnitt liegt das Ruhebedürfnis der Deutschen bei etwa sieben Stunden. Allerdings ist nicht nur die Dauer entscheidend: Für eine optimale Regeneration sollten wir 20 Prozent der Ruhezeit im Traum- und etwa ebenso viel im Tiefschlaf verbringen.

Diese Bedürfnisse konstant zu befriedigen schaffen die wenigsten Menschen. Viele liegen stundenlang wach, grübeln abends im Bett, schrecken mitten in der Nacht hoch und brauchen dann lange, um wieder einzudämmern. Solche Phasen erlebt jeder: Die Arbeit wächst einem über den Kopf, der Hausbau bereitet Ärger, die Kinder machen Sorgen, in der Partnerschaft läuft es gerade nicht rund. Was auch immer der Auslöser sein mag, die Folge ist stets dieselbe: Schlafstörungen. Doch dagegen gibt es effektive Strategien. Unser Tipp: Bei Stress entspannt Lavendel. Ein wenig von dem Duft aufs Kopfkissen gesprüht beruhigt die Nerven. Ein Glas warme Milch mit Honig dimmt die Gehirnaktivität: Es enthält die Aminosäure Tryptophan, die in das Antistresshormon Serotonin umgewandelt wird. Dr. Holger Hein, Leiter des Schlaflabors am St.-Adolf-Stift in Reinbek, rät zudem: "Aufgaben und Sorgen in ein Schlaftagebuch schreiben. So legt man die Probleme ab."

Autor: Nicole Simon

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