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Gesundheit
Die Tomatensorte Ochsenherz hat ein volles Aroma.

Ochsenherz: Beste Sorte für Insalata Caprese - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Viele Vital- und Heilstoffe

Die Kraft der Tomaten

  • Artikel vom 02. August 2010

Sonnengereift, prall und so aromatisch wie selten: Jetzt schmecken Tomaten besonders gut. Kein Vergleich zu den geschmacksneutralen Früchten, die sonst in den Supermärkten ausliegen. Zudem überbieten sich die Händler derzeit mit ausgefallenen Sorten: Sie haben nicht nur rote, sondern auch gelbe, grüne, orangefarbene und gefleckte Tomaten im Angebot, kleine und große, längliche und runde oder bizarr geformte. Eine Vielfalt, die immer mehr Verbraucher zu schätzen wissen.

Kaum ein Gemüse ist so vielseitig einsetzbar wie die Tomate. Sie schmeckt in Salaten, Suppen und zu Nudeln, in und auf Brot, gefüllt oder geschmort, in Pesto oder in den süßsauren Gewürzsaucen Chutney und Relish. Tomaten bereichern aber nicht nur den Speiseplan, sie sind auch sehr gesund. "Sie enthalten viele Vitamine, vor allem Folsäure sowie die Vitamine C und E", sagt Lebensmittelchemiker Dr. Volker Böhm vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena. Zudem besitzen Tomaten einen hohen Wassergehalt und sind mit 20 Kalorien pro 100 Gramm ziemlich leichte Kost.

Die wichtigste Wirkung für den Körper wird aber dem Lycopin zugesprochen, einem sekundären Pflanzenstoff, der für die rote Farbe verantwortlich ist. Menschen, die viel Tomaten und Tomatenprodukte essen, erkranken laut Studien weitaus seltener oder sehr viel später an Prostatakrebs. "Auch bei Herz-Kreislauf-Leiden wurde ein solcher Zusammenhang gefunden", sagt Böhm, der auch Leiter des europäischen Tomaten-Forschungsprojekts "Lycocard" ist. Verarbeitete Produkte wie Dosentomaten oder Tomatenmark enthalten sogar mehr Lycopin als frische Ware.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen verwendet die Industrie spezielle Früchte, ganz andere als jene, die der Verbraucher im Handel bekommt. "Die Industrie war früher vor allem an der intensiven Farbe interessiert. Deswegen sind diese Sorten von vornherein lycopinreicher", sagt Experte Volker Böhm. "Zum anderen hält die rohe Tomate ihre Inhaltsstoffe zurück: Erst durch das starke Zerkleinern und Quetschen bei der Verarbeitung sowie durch Erhitzen wird das Lycopin aus der Struktur gelöst und für den Körper besser verfügbar." Das bedeutet keineswegs, dass rohe Tomaten weniger gesund wären. Man muss nur wissen, wie man sie optimal nutzt. Wichtig dabei: nur reife Früchte aussuchen, bevorzugt regionale Ware, und sie bei der Zubereitung zerkleinern. Am besten ist es, wenn man sie ganz intensiv kaut. Ein Grund mehr, zum Tomaten-Genießer zu werden.

Kleine Tomaten-Kunde und besonders gesunde Tomatensorten

Autor: Sonja Popovic

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