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Das Röntgenbild einer Hand revolutionierte 1896 die moderne Medizin.

Das Röntgenbild einer Hand revolutionierte 1896 die moderne Medizin. / Foto: © picture alliance/chromorange

Untersuchungs-Techniken im Vergleich

Röntgen, MRT, Ultraschall & Co.

  • Artikel vom 05. Dezember 2012

Es war eine Sensation, als der Physikerm Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1896 eines der ersten "X-Strahlen-Fotos" an seine Freunde schickte. Zu sehen war darauf die Hand seiner Ehefrau – genauer: deren Knochen. Eine gespenstische Aufnahme in der damaligen Zeit. Gerade erst wurde das Prinzip der Fotografie bekannt, da war es plötzlich gelungen, sogar das Innere des Körpers abzubilden. Der Wissenschaftler erhielt dafür den ersten Nobelpreis für Physik.

Mediziner erkannten recht schnell den praktischen Nutzen, den diese Bilder für ihre Diagnosen hatten. Fortwährend wurde an der Technik gefeilt. Heute gibt es neben dem einfachen Röntgen viele weitere Methoden, die den Blick in den Körper ermöglichen. HÖRZU erklärt die Unterschiede, Vor- und Nachteile der diversen Verfahren.


fMRT

So funktioniert’s: Die funktionelle Magnetresonanz-Tomografie basiert darauf, dass bei körperlicher Aktivität Sauerstoff verbraucht wird. Je mehr wir denken, desto mehr Sauerstoff benötigen die entsprechenden Hirnareale. Dieser wird dem roten Blutfarbstoff entzogen, dessen Moleküle dann andere magnetische Eigenschaften haben als das sauerstoffreiche Blut. Diese Veränderungen misst der Tomograf und stellt sie gelb (starke Aktivierung) bis rot (schwache Aktivierung) dar.

Geeignet für die Darstellung von sämtlichen Hirnaktivitäten nahezu in Echtzeit.

Vorteile: Das Verfahren liefert genaue 3-D-Bilder des arbeitenden Gehirns – im Gegensatz zu den statischen Bildern der normalen Magnetresonanz Tomografie.

Nachteile: Das Gerät ist sehr laut und die Untersuchung für den Patienten darum möglicherweise etwas unangenehm. Die Bilder erscheinen mit einer Verzögerung von etwa zwei bis drei Sekunden auf dem Monitor.


Roentgen

Der Brustkorb des Patienten wird geröntgt. / Foto: © picture alliance/chromorange

Röntgen

So funktioniert’s: Röntgenstrahlen durchdringen den Körper und treffen dahinter auf einen unbelichteten Film. Je dichter das Gewebe ist, desto weniger Strahlung gelangt hindurch, sodass der Film an diesen Stellen kaum belichtet wird und hell bleibt.

Geeignet für die Feststellung von Knochenbrüchen, Lungenerkrankungen, Tumoren, Zysten, Osteoporose, Karies.

Vorteile: Beim einfachen Röntgen ist die Strahlung relativ gering. Die Untersuchung benötigt wenig Zeit. Verletzungen von festem Gewebe wie etwa Knochen sind sehr gut erkennbar.

Nachteile: Jede röntgenologische Untersuchung schädigt Zellen, in welchem Umfang auch immer. Nutzen und Risiken sollten daher immer gut abgewogen werden.


MRT

So funktioniert’s: Der Patient wird in einer Röhre in ein extrem starkes Magnetfeld geschoben, sodass sich die Wasserstoffatome im Körper nach diesem Feld ausrichten. Zusätzlich werden sie durch Radiowellen in Schwingung versetzt. Wird das Signal abgeschaltet, misst man die Zeit, bis die Atome sich wieder gemäß dem Magnetfeld geordnet haben, sowie die Energie, die sie dann abgeben. Aus diesen Angaben errechnet der Computer Schicht für Schicht die Bilder.

Geeignet für die Darstellung der Weichteile (etwa des Gehirns), außerdem zur Einschätzung der Lage und Größe von Tumoren.

Vorteile: Durch das Verfahren entsteht keine Strahlenbelastung. Auf den hochaufgelösten, dreidimensionalen MRT-Bildern sind Schädigungen früh und detailreich erkennbar.

Nachteile: Ein MRT ist normalerweise nicht geeignet für Patienten, die Metall im Körper tragen (zum Beispiel einen Herzschrittmacher). Der Scan ist zeitaufwendig – in der Regel dauert er 15 bis 20 Minuten. Das lange Ausharren in der engen Röhre und das laute Klopfen des Geräts empfinden viele Menschen als unangenehm.


Ultraschall

Ultraschallbilder kann man direkt auf dem Monitor sehen. / Foto: © picture alliance

Ultraschall

So funktioniert’s: Der Arzt drückt eine Sonde auf die Haut, die Ultraschallwellen aussendet. Die hochfrequenten Wellen werden je nach Art des Gewebes reflektiert oder durchgelassen. Der Schallkopf empfängt die reflektierten Signale, aus denen die Tiefe des Gewebes berechnet wird. Aus den Daten werden zwei- oder sogar dreidimensionale Bilder errechnet und auf dem Monitor dargestellt.

Geeignet für die Darstellung innerer Organe wie Herz, Leber, Niere, Schilddrüse, Lymphknoten sowie der weiblichen Brust. Nicht per Ultraschall abgebildet werden können Knochen, Hirn, Wirbelsäule, Rückenmark, Luftröhre und Lunge.

Vorteile: Die Schallwellen sind nach aktuellem Erkenntnisstand gesundheitlich unbedenklich, es wird kein Gewebe geschädigt. Die Untersuchung ist vergleichsweise preisgünstig und völlig schmerzfrei.

Nachteile: Ultraschallbilder sind relativ undeutlich und können nur von erfahrenen Medizinern richtig gedeutet werden. Besonders tiefer gelegene Gewebe sind auf den Bildern nur schwer erkennbar.


PET

So funktioniert’s: Die Positronen-Emissions-Tomografie macht Stoffwechselprozesse im Körper sichtbar. Dafür wird dem Patienten eine schwach radioaktive Substanz gespritzt. Häufig ist es Traubenzucker mit radioaktivem Fluor. Trifft dieser Zucker auf Tumorzellen, setzen sie mehr Strahlung frei und sind auf PET-Bildern gut von gesundem Gewebe zu unterscheiden. Oft wird die Untersuchung mit einer Computer-Tomografie kombiniert.

Geeignet für die Beurteilung bestimmter Tumorarten (zum Beispiel Speiseröhren- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs) und zur Feststellung ihrer Ausbreitung. Auch zur Diagnose von Alzheimer-Demenz einsetzbar.

Vorteile: Präzise Erfassung der Krankheitsausbreitung, sehr gut für die exakte Therapieplanung insbesondere bei Krebserkrankungen.

Nachteile: Die radioaktive Belastung ist zwar gering, aber vorhanden. Das Verfahren ist teuer und aufwendig. Achtung: Nicht in jedem Fall werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.


CT

Eine Patientin kommt in den Computetomografen. / Foto: © picture alliance/chromorange

CT

So funktioniert’s: Eine Körperstelle wird in der Röhre des Computer-Tomografen durchstrahlt wie beim normalen Röntgen, allerdings treffen die Strahlen hier nicht auf einen Film, sondern auf Detektoren, welche die Signale an einen Computer weiterleiten. Da die Röhre sich leicht dreht, kann sie verschiedene Ansichten erzeugen, die anschließend zu mehreren detaillierten Querschnittbildern zusammengefügt werden.

Geeignet für das Auffinden von Tumoren und Metastasen, von Organveränderungen, inneren Verletzungen, Knochenbrüchen.

Vorteile: Organe lassen sich ohne Überlagerungen darstellen. Knochen sind besser erkennbar als in der strahlungsfreien Magnetresonanz-Tomografie. Die Untersuchung dauert in der Regel nur zehn bis 15 Minuten.

Nachteile: Die Strahlenbelastung ist deutlich höher als beim konventionellen Röntgen.


Endoskopie

So funktioniert’s: Ein dünner Schlauch mit kleiner Kamera und Beleuchtung wird in den Körper eingeführt und liefert Livebilder aus dem Inneren. Der Arzt erkennt so beispielsweise Veränderungen der Schleimhäute. Bleiben Magen- und Darmspiegelung ergebnislos, gibt es speziell für Diagnosen des Dünndarms noch die Möglichkeit, eine Videokapsel zu schlucken, deren Bilder von einem tragbaren Rekorder aufgezeichnet werden. Die Kapsel wird später ausgeschieden.

Geeignet für die Untersuchung von vor allem Lunge, Speiseröhre, Magen und Darm.

Vorteile: Die Videobilder liefern sehr genaue Ergebnisse. Untersuchung und Behandlung können häufig direkt in einem einzigen Eingriff durchgeführt werden.

Nachteile: Es sind Reizungen und Schädigungen von Gewebe möglich. Ebenso können Erreger in den Körper gelangen. Eventuell eingesetzte Narkosemittel können Nebenwirkungen verursachen.

Autor: Melanie Schirmann

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