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2013 haben die meisten mehr Geld zur Verfügung.

2013 haben die meisten mehr Geld zur Verfügung. Dafür sorgen zahlreiche Gesetzesänderungen. / Foto: © picture alliance / dpa Themendienst

Plus: Frühbucherrabatte der Reiseanbieter

Geld sparen 2013 - die wichtigsten Gesetzesänderungen

  • Artikel vom 07. Januar 2013

Angela Merkel will im Herbst 2013 wiedergewählt werden. Deshalb, so war in den letzten Wochen zu lesen, verteile sie jetzt großzügig Wahlgeschenke. "Im neuen Jahr kann sich tatsächlich jeder über mehr Geld freuen: Keine Gruppe wird diesmal im Stich gelassen", sagt Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Mit ihrer Expertise erstellte HÖRZU einen Überblick über wichtige Änderungen und Prognosen.

Mehr Geld für Rentner

Bei der gesetzlichen Rente ist die Durststrecke vorbei. Bis 2016 stellt die Regierung nun sogar einen Anstieg um 8,5 Prozent im Westen und 11,55 Prozent im Osten in Aussicht. Um wie viel die Altersbezüge 2013 tatsächlich steigen, wird erst im Frühjahr feststehen. Es gibt aber schon "Flüsterzahlen": plus 1 Prozent in West-, plus 3,49 Prozent in Ostdeutschland.

Bis zur Auszahlung der höheren Rente ab Juli gibt es für Senioren noch einen Wermutstropfen: Zum 1. Januar steigt der Beitrag zur Pflegeversicherung, was sie besonders trifft. Während sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Satz teilen, zahlen Rentner ihn komplett selbst. Sie starten deshalb mit leichten Abzügen ins neue Jahr, die ab Juli aber durch die absehbare Rentenerhöhung mehr als ausgeglichen werden.

Mehr Geld für Arbeitnehmer

Löhne und Gehälter werden 2013 abermals kräftig steigen. Im Schnitt um 3,1 Prozent, prognostiziert die Personalberatungs-Firma Aon. Das würde in etwa der Rate von 2012 entsprechen. Die höchsten Zuwächse erwarten die Experten für die Branchen Computer (3,9 %) und Pharma (3,4 %). Bereits ab 1. Januar sinkt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung um 0,7 Prozent. Dadurch bleibt Arbeitnehmern netto mehr übrig, etwa bei einem Bruttoverdienst von 2000 Euro sieben Euro im Monat.

Gutverdiener profitieren davon aber kaum, da gleichzeitig die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der Rentenbeiträge abgeführt werden müssen, steigt: Im Westen von 5600 auf 5800 Euro, im Osten von 4800 auf 4900 Euro.

Belasten wird alle Arbeitnehmer der ab Januar steigende Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung: von 1,95 auf 2,05 Prozent (Kinderlose über 23 Jahre: von 2,20 auf 2,30 Prozent). Minijobber dürfen ab Januar 2013 mehr verdienen: statt 400 nun 450 Euro. Im Gegenzug müssen sie aber zwingend Rentenversicherungsbeiträge abführen – was für die Minijobber jedoch ein gutes Geschäft ist: Alle Leistungen der gesetzlichen Rentenkasse stehen ihnen nun offen, auch die Erwerbsminderungsrente und die Riester-Förderung.

Mehr Geld für Eltern

Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen oder privat betreuen lassen, zahlt der Staat ab August eine neue Leistung: das Betreuungsgeld. Im ersten Jahr wird es zunächst für Zwei- und Dreijährige gezahlt und beträgt monatlich 100 Euro. Ab dem zweiten Jahr wird es auch für Einjährige gewährt und beträgt dann für alle 150 Euro.

Claus Junghanns vom Bundesfamilienministerium weist auf einen Aspekt hin, der kaum bekannt ist: "Auch Eltern, die arbeiten, können es beantragen. Entscheidend ist allein, dass kein öffentlich gefördeter Kita-Platz in Anspruch genommen wird." Ebenfalls ab August haben Eltern, deren Kinder zwischen eins und drei sind, Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Wer keinen findet, kann von seiner Kommune Schadenersatz fordern.

Zudem dürfen Eltern, die Kindern Unterhalt zahlen, mehr Geld behalten. Ist das Kind unter 21 und der Zahler erwerbstätig, setzt die Zahlpflicht statt ab 950 erst ab 1000 Euro Nettoverdienst ein.

Mehr Geld für Kranke und Pflegebedürftige

Zum 1. Januar wird die Praxisgebühr gestrichen. Gesetzlich Versicherte sparen so jedes Quartal mindestens zehn Euro. Im Bundestag herrschte übrigens seltene Einigkeit: Kein einziger Politiker war gegen die Abschaffung.

Allen, die ab Januar eine private Pflegetagegeld-Versicherung abschließen, zahlt der Staat einen Zuschuss von jährlich 60 Euro – die Riester-Rente lässt grüßen! Voraussetzung: Man zahlt mindestens 120 Euro selbst ein. Zusätzlich muss ein Vertrag gewählt werden, der ohne vorherige Gesundheitsprüfung jeden aufnimmt, also Kranke nicht diskriminiert.

Auch Hilfsbedürftige ohne Pflegestufe, die etwa an Demenz leiden, haben ab Januar Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse: monatlich 120 Euro Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder eine Kombination aus bei dem. Die Pflege wird zudem menschlicher: Ambulante Dienste dürfen ab Januar auch Betreuungsleistungen zulasten der Pflegekasse erbringen und abrechnen. Hierunter fällt etwa, dem Pflegebedürftigen aus der Zeitung vorzulesen oder mit ihm spazieren zu gehen. Werden Pflegeleistungen beantragt, muss die Entscheidung der Kasse nach spätestens fünf Wochen vorliegen. Für jede angefangene Woche, die es länger dauert, hat der Versicherte Anspruch auf 70 Euro.

Pflegebedürftige, die eine WG gründen, erhalten Umbauzuschüsse: 2500 Euro pro Person bzw. maximal 10.000 Euro pro WG. Leben darin ab drei Personen, die mindestens Pflegestufe 1 beziehen, gibt es Extrageld: je 200 Euro im Monat für eine Präsenzkraft, die auch organisatorische Aufgaben übernimmt.

Mehr Geld für Hilfeempfänger

Hartz-IV-Empfänger erhalten ab Januar monatlich382 statt wie bisher 374 Euro. Mehr bekommen auch Partner, Kinder und ältere Kinder, die über 25 sind und noch bei den Eltern oder in einer WG leben.


Urlaub 2013: früh buchen und sparen

Wer früh bucht, bekommt ofr kräftig Rabatt auf Flug und Hotel. / Foto: © picture alliance

Urlaub 2013: früh buchen und sparen

"2013 wird ein Sparfest für Frühbucher", sagt Christian Weßels von Rewe-Touristik. Hier die besten Angebote der Veranstalter:

Rewe-Touristik Wer bis 31. Januar seinen Sommerurlaub bei den Rewe-Marken ITS, Jahn und Tjaereborg bucht, spart bis zu 35 Prozent ("Turbo-Frühbucherrabatt"). Erfolgt die Buchung bis 31. März bzw. teilweise bis 30. April, sind es maximal 20 Prozent ("Frühbucherrabatt"). Bei Fernreisen gibt es "rollierende Rabatte": Sie sind nicht an konkrete Kalendertermine gebunden, sondern gelten etwa bis 60 Tage vor Reiseantritt.

TUI Wichtigster Rabatt ist der "XXL Bonus", der pro Woche und Person bis 130 Euro an Ermäßigung einbringt. Gewährt wird er bis 28. Februar. Bei Buchungen, die bis 31. Januar erfolgen, kommt noch der "Zusatz XXL Bonus" hinzu: Damit spart jede Person, die hin und zurück mit der TUI-eigenen Airline TUIfly fliegt, maximal weitere 100 Euro.

Neckermann Wird bis spätestens 28. Februar gebucht, beschert der "Superplus-Frühbucherrabatt" bis zu 31 Prozent Nachlass. Nach Fristablauf sind es bis zum 30. April noch maximal zehn Prozent. Aber: Während sich die Nachlässe bei Rewe-Touristik und TUI auf den vollen Reisepreis beziehen, verbilligt Neckermann nur Hotelkosten.

Autor: Stefan Vogt

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