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Gute Nachricht für alle Sparer: Tagesgeldzinsen ziehen wieder an.

Gute Nachricht für alle Sparer: Tagesgeldzinsen ziehen wieder an. / Foto: © dpa - Report / Foto Startseite: © dpa

Mit Zinsmarkt-Spezialist Max Herbst

Endlich mehr Zinsen

  • Artikel vom 06. September 2010

Als die neue GE Capital Direktbank Mitte Juli in Deutschland startete, meldete sie schon wenig später: Land unter! So viele Kunden hatten versucht, sich den Super-Zins von 2,25 Prozent zu sichern, dass das Institut die Flut der Kontoeröffnungen nicht bewältigen konnte. "Zehntausende Anträge erreichten uns in den ersten Wochen. Das übertraf selbst optimistische Erwartungen", sagt GE-Chef Joachim Secker. Inzwischen wurden die Personalkapazitäten versechsfacht. Jetzt, versichert Secker, sei das Konto innerhalb von zehn Tagen startklar.

Hoher Satz für Tagesgeld

Deutschlands Geldanleger haben der neuen Bank noch mehr zu verdanken: das Ende des Zinsnotstands. "Endlich wirft Sparen wieder höhere Erträge ab, als die Inflation auffrisst", sagt Zins-Experte Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt. Auch andere Banken haben inzwischen reagiert und ihren Satz für Tagesgeld erhöht. "Bei fünf Anbietern steht vor dem Komma jetzt wieder eine Zwei", so Herbst. Die allermeisten knausern aber noch immer: Im Schnitt machen Banken für Tagesgeld nur 1,07 Prozent locker.

Gegen einen Wechsel zur GE Capital Direktbank, die die Zins-Hitparade weiter anführt, hat Herbst nichts einzuwenden. "Absolut sauber", so sein Urteil. Hinter der Bank steht General Electric, der weltweit größte Elektrokonzern. "Das sorgt für Sicherheit", sagt Herbst. Die Bank verspricht ausdrücklich, dass das eingesammelte Geld als Kredit an Mittelständler vergeben wird und nicht in Spekulationsgeschäften landet. Einziger Wermutstropfen: Der Super-Zins wird nicht für eine bestimmte Dauer garantiert. Es kann deshalb jederzeit passieren, dass er abgesenkt wird.

Mit 2,22 Prozent bietet die Ikano-Bank, eine Tochter von Ikea, nur ein bisschen weniger. „Die Besonderheit bei diesem Produkt besteht darin, dass es nur in Verbindung mit einer kostenlosen Mastercard derselben Bank erhältlich ist“, erläutert Herbst. Setzt man die Karte ein, werden Umsätze mit dem Tagesgeld-Guthaben verrechnet. Ohne Guthaben wird ein Kredit gewährt, der sofort kostet. Daran verdient die Bank dann.

Auf Platz drei folgt mit 2,2 Prozent die Bank of Scotland. Ihr großes Plus: Verlässlichkeit. "Bislang macht sie das ärgerliche Spielchen, erst mit hohen Zinsen zu locken, die kurze Zeit später begraben werden, nicht mit“, sagt Herbst. Außerdem bietet sie Neukunden bis zum 30. September ein Startguthaben von 30 Euro.

Tagesgeld oder Festgeld

Wer dem Zinsanstieg beim Tagesgeld nicht traut, sollte in Festgeld investieren. Hierbei ist die Bank an den einmal zugesagten Zins gebunden, kann ihn nicht einfach senken. Für Gelder mit einjähriger Bindungsfrist werden derzeit maximal 2,5 Prozent gezahlt.

Autor: Stefan Vogt