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Musik
Singt in Oslo für Deutschland: Lena Meyer-Landrut

Singt in Oslo für Deutschland: Lena Meyer-Landrut (18). Fotos © NDR/ProSieben/Willi Weber und Sophie Krische

Lena im Interview plus "Grand Prix"-Tipp von Ralph Siegel

"Oslo, ich komme!"

  • Artikel vom 21. Mai 2010

Sendungshinweis: Samstag, 29.05.2010, Das Erste, 21.00 Uhr - Eurovision Song Contest: Mit "Satellite" vertritt Lena Meyer-Landrut heute die Nation.

Erst schwärmte nur Stefan Raab: In die Welt von Kobolden und Blümchenwiesen fühle er sich versetzt, wenn er an seine Entdeckung Lena Meyer-Landrut denke. Mittlerweile ist das ganze Land verzaubert. Nach ihrem Sieg bei der Castingshow "Unser Star für Oslo" landete die 18-Jährige mit drei Songs gleichzeitig in den Top Five der Charts. Rekord! Kürzlich erschien ihr Album "My Cassette Player". Jetzt startet sie selbstbewusst beim "Eurovision Song Contest" (siehe TV-Tipp): "Oslo, ich komme!" Im Interview erklärt Lena, warum sie mit dem Trubel so locker umgehen kann – und was ihr im Leben wirklich wichtig ist.

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Wer in Oslo gewinnen könnte

Tipp vom "Grand Prix"-Experten Ralph Siegel

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HÖRZU: Wann merkten Sie zum ersten Mal, dass aus Ihrer Teilnahme an "Unser Star für Oslo" etwas viel Größeres werden könnte, als Sie vorher dachten?

Lena Meyer-Landrut: Nie. Das war nicht vorhersehbar. Bis zu meinem Sieg habe ich nicht geglaubt, dass es so was Gigantisches wird. Auch zwei, drei Tage danach nicht.

HÖRZU: Können Sie es fassen, dass Sie sogar einen Chart-Rekord aufgestellt haben?

Lena Meyer-Landrut: Ich versuch’s, anhand der Zahlen. Aber richtig begreifen kann ich es noch nicht.

HÖRZU: Nach dem großen Chart-Erfolg könnte Ihnen Oslo ja schon fast egal sein, oder?

Lena Meyer-Landrut: Oslo ist nicht das Ziel meines Lebens. Aber ich sehe das als großartige, völlig verrückte Chance an, noch mehr auszuprobieren. Denn es ist ja echt der Wahnsinn. Meine Mutter hat schon gesagt: "Lena, du musst auf jeden Fall dein Gesicht aufnehmen lassen, wenn du diese riesige Halle siehst, in der du auftrittst." Das ist wahrscheinlich überwältigend. Aber danach hört es ja nicht auf – hoffentlich.

HÖRZU: Welcher Platz würde Sie enttäuschen?

Lena Meyer-Landrut: Der letzte Platz würde mir zu denken geben. Alles andere wäre okay. Wie gesagt: Dieser "Song Contest" ist nicht mein Lebensziel.

HÖRZU: Auf Glitzerkleid und Lichtshow verzichten Sie, oder?

Lena Meyer-Landrut: Ja, das ist nicht mein Ding. Ich werde etwas Graues, Schwarzes, Schlichtes tragen, vielleicht etwas schicker als sonst, nicht ganz so lässig. Ich könnte auch alles ganz groß, ganz bunt und mit ganz viel Show machen, wenn ich wollte. Ich probiere gern was aus, verkleide mich gern. Aber beim "Eurovision Song Contest" will ich meine Persönlichkeit zeigen. Dort wird Lena auf der Bühne stehen. Deshalb: keine Verkleidung!

HÖRZU: Man rechnet mit 125 Millionen Fernsehzuschauern weltweit. Werden Sie trotzdem so locker bleiben wie gewohnt?

Lena Meyer-Landrut: Die Zahl macht mich nicht nervös, denn die ist einfach unvorstellbar. Ob das jetzt 125 Millionen Erdbeeren sind oder Zuschauer – ich kann mir das nicht vorstellen. Das ist auch ganz gut so. Außerdem sieht es nur so aus, als ob ich locker bin. Kurz vorher drehe ich hinter der Bühne immer durch. Aber auf der Bühne fällt das alles irgendwie von mir ab. Ich hoffe, das wird in Oslo auch so sein.

HÖRZU: Sie haben gerade das Abitur gemacht. Wie locker haben Sie das genommen?

Lena Meyer-Landrut: Das habe ich nicht halb so locker genommen wie den Rest. Ich hatte gut daran zu knapsen. Ich habe nur gelernt und gelernt und gehofft, dass ich es bestehe. Biologie war am schwersten. Das Abitur war meine bisher härteste Prüfung. Daran wird auch der "Eurovision Song Contest" nichts ändern.

HÖRZU: Sie können keine Noten lesen und spielen kein einziges Instrument. Haben Sie Ihr Gesangstalent etwa geerbt?

Lena Meyer-Landrut: Nein. In meiner Familie singt keiner. Oder wenn, dann schrecklich. Ich habe selbst nie viel gesungen und bin auch nicht davon überzeugt, dass ich die Mörderwahnsinnsstimme habe. Aber anscheinend reicht’s ja.

HÖRZU: Welche Pläne haben Sie nach Oslo?

Lena Meyer-Landrut: Bevor ich mich für "Unser Star für Oslo" beworben habe, wollte ich nach der Schule Schauspiel studieren. Das habe ich immer noch vor. Auch Moderation könnte ich mir vorstellen. Ich habe einfach Lust, viel auszuprobieren.

HÖRZU: Danke, Lena Meyer-Landrut, für das Interview.

Autor: Dirk Oetjen

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