Romantik pur: Schneeballschlachten, Spaziergänge durch verwunschene Schneelandschaften und Mondscheinspaziergänge durch kalte Winterluft. - Foto © picture-alliance / OKAPIA KG, Ge
Sie schwebt in den Nebelschwaden, über den Herbstfeldern, lodert in den Flammen des Kaminfeuers, glimmt im Licht der Kerzen: Die Romantik ist wieder da. Sie kam mit der Kälte, der Stille, den frühen Dämmerstunden. Vielleicht als schönster Trost dafür, dass die Farben draußen allmählich verblassen, die Winde schneidend werden, unsere Gedanken ein wenig schwermütig.
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Sie kam nicht von ungefähr: Wenn es draußen weniger zu sehen gibt, schauen wir nach innen. Wenn es draußen stiller wird, lauschen wir in uns hinein, spüren wieder, was wirklich zählt, sind empfänglich für Sehnsucht und große Gefühle. Wir lassen uns wieder tiefer berühren. Von ganz einfachen Dingen wie der Kraft der Elemente: der knisternden Kälte, dem tosenden Sturm, dem sanften Schneefall. Oder von ganz erlesenen Dingen: der berauschenden Wucht klassischer Musik, der suggestiven Kraft schöner Melodien. An langen Winterabenden finden wir auch wieder die Zeit, diesen Freuden zu frönen.
Zu Hause machen wir es uns bei Kerzen oder Kaminfeuer gemütlich, legen die Lieblings-CD ein und lassen die Seele baumeln, versinken, träumen. Nie lebte mehr Sehnsucht in uns, mehr Wunsch, mehr Sanftheit. Es ist kein Zufall, dass gerade der Winter unsere Herzen für die Romantik öffnet: Kuschelabende daheim, Schlittenfahrten durch verwunschene Schneelandschaften, Mondscheinspaziergänge durch kalte Winterluft. Romantik, unsere wunderbare, altmodische Freundin. Was sie braucht, bekommt sie gerade jetzt: Weite, Tiefe, Stille – und Zeit. Deshalb wartet sie geduldig auf die Trägheit des Herbstes, die gedämpfte Weiße des Winters.
Um aufzublühen, uns mitzunehmen auf die Reise in unser Innerstes. Nie wirkte die Welt weitläufiger als jetzt, wo ihr die Ablenkungen durch Farben fehlen, wo sie manchmal unter einem weißen Tuch verschwindet, auf dem sich unser Blick bis zum Horizont verliert; ein Tuch, das auch den Lärm des Alltags schluckt, unsere Gedanken wieder hörbar macht. Jede Stimmung fällt in die Tiefe unserer Seele, wächst zum Gefühl heran, das uns bewegt. Wir nehmen uns Zeit zu träumen, zurück, voran, durch alle Zeiten. Romantik bedeutet auch, nicht mehr an dem zu hängen, was ist, sondern an dem, was sein könnte oder einmal war. Mit Gedanken zu spielen, mit Erinnerungen. Schmachten und hoffen.
Romantische Gefühle helfen uns durch die Kälte der Monate, halten uns warm und geborgen. Sie geben auch wahrer Liebe einen festen Grund. Im Sommer feierten wir die Verliebtheit übermütig mit Lachen und fröhlichen Flirts. Jetzt wiegen wir unser Schwärmen in Ruhe, sind stiller, schauen uns tief in die Augen. Wir lieben reifer. Eine großartige Zeit, sich gegenseitig Ewigkeit zu schwören. Romantik selbst ist unvergänglich. Sie lebt auf, alle Jahre wieder. Deutsche Dichter besingen seit dem Mittelalter jenes Gefühl, das sich gegen alle Vernunft stellt, nicht fassbar ist in Zahlen oder Messdaten.
Die größten Komponisten schufen aus dieser Sehnsucht unsterbliche Werke: Klassiker zum Träumen – wie jene Stücke, die exklusiv von HÖRZU-Lesern für eine neue CD ausgewählt wurden, die bestens geeignet ist, die neue Lieblings-CD des Winters zu werden (siehe Bestellmöglichkeit rechts). Ein einzigartiger Klangraum für Gedanken und Sehnsüchte, der innere Ruhe und Zufriedenheit schenkt. Ein Gefühl aus den Tiefen der Seele, das nur mit uns zu tun hat und nichts mit der Welt da draußen, ihren Regeln, Pflichten, Verletzungen, Widersprüchen. Romantik ist das vielleicht geheimnisvollste aller Gefühle. "Und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort", schrieb einst der deutsche Dichter Joseph von Eichendorff.
Das Zauberwort dieses Jahres? Wird sich finden. Zwischen Herbstblättern, im Schnee, in den Augen eines geliebten Menschen, im Kerzenschein. Draußen mag es kalt sein, doch tief drinnen wird uns wonnig warm.
Autor: Silke Pfersdorf
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