Die Flippers: Olaf Malolepski, Manfred Durban, Bernd Hengst (v.l.n.r.), die deutsche Schlager-Band. Foto © picture alliance / dpa
Sie sind die erfolgreichste Schlagerband aller Zeiten, verkauften über 40 Millionen Tonträger, bekamen 58 Gold- und Platinauszeichnungen und zahlreiche andere Preise. Im Gespräch mit HÖRZU verraten die drei Flippers Olaf Malolepski, Manfred Durban und Bernd Hengst ihr Erfolgsgeheimnis und ihre Pläne nach dem Abschied vom Showgeschäft.
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Die HÖRZU-Leser haben entschieden:
Sie wählten die 42 schönsten Titel aus 42 Jahren für die neue Doppel-CD "Die Flippers: Best of" aus. Lieblingslied der Leser war eindeutig "Aber dich gibt’s nur einmal für mich", gefolgt von Bernd Hengsts persönlichem Favoriten "Liebe ist mehr als nur eine Nacht" und den beiden großen Erfolgen "Weine nicht, kleine Eva" und "Die rote Sonne von Barbados". Aber auch alle anderen großen Hits der Flippers sind dabei: "In Venedig ist Maskenball", "Der kleine Floh in meinem Herzen", "Der letzte Bolero", "Wetten dass" und natürlich der sehnsuchtsvolle Song von der "Lotusblume".
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HÖRZU: Aus welchem Grund beenden Sie Ihre gemeinsame Karriere?
Manfred Durban: Der Vorschlag kam von mir schon vor drei Jahren. Ich wollte eigentlich bereits nach 40 Jahren aufhören. Ich werde nächstes Jahr 70 und merke, dass die Kräfte langsam nachlassen.
HÖRZU: Waren die anderen mit dieser Entscheidung sofort einverstanden?
Olaf Malolepski: Ich habe den Jungs gesagt, dass ich mit ihnen noch bis 100 weitermachen würde. Aber ich akzeptiere die Entscheidung natürlich.
Bernd Hengst: Ich habe mich im Lauf der Zeit immer stärker mit dem Gedanken angefreundet. Wir sind jetzt auf dem Höhepunkt unserer Karriere und können mit Stolz abtreten. Es ist genau der richtige Zeitpunkt.
HÖRZU: Also keine neuen Flippers-Lieder mehr?
Olaf Malolepski: Nein. Unsere Tournee ist gerade beendet. Am 9. April treten wir im Ersten Programm beim "Frühlingsfest der Volksmusik" (siehe TV-Tipp rechts)
zum letzten Mal im Fernsehen auf. Wir haben noch eine Live-DVD von unserer Abschiedstournee aufgezeichnet, und jetzt gibt es auch die HÖRZU-CD mit 42 Liedern, die unsere Fans ausgewählt haben.
HÖRZU: Sie haben Millionen Platten verkauft. Was war das Erfolgsrezept?
Olaf Malolepski: Da kommen viele Faktoren zusammen. Wir hatten viele tolle Songs und das richtige Team um uns herum. Ohne gutes Team geht gar nichts.
Bernd Hengst: Und wir lieben unsere Musik. Unsere Herzen schlagen für den Schlager. Wäre das anders, hätten die Fans das gespürt.
HÖRZU: Gab es den einen schönsten Moment in Ihrer langen Karriere?
Bernd Hengst: Natürlich war es toll, als wir als junge Burschen mit "Weine nicht, kleine Eva" 1970 unseren ersten großen Hit hatten. Aber der schönste Moment war, als wir 1986 mit "Die rote Sonne von Barbados" in der ZDFHitparade gewannen.
HÖRZU: Und haben Sie ein Lieblingslied?
Nein, das sind alles unsere Kinder. Und ich möchte kein Kind bevorzugen. Ich mag sie alle gleich gern.
Bernd Hengst: Ich habe einen persönlichen Favoriten: "Liebe ist mehr als nur eine Nacht".
HÖRZU: Das sehen die Fans ähnlich. Das Lied bekam bei der Wahl zur HÖRZU-CD mehr Stimmen als "Weine nicht, kleine Eva" und "Die rote Sonne von Barbados".
Bernd Hengst: Das Lied berührt mich sehr und spricht mir aus dem Herzen. Es freut mich, dass es unseren Fans offenbar auch so geht.
HÖRZU: Wie haben Sie es eigentlich geschafft, 42 Jahre lang zusammenzuhalten?
Olaf Malolepski:: Wir sind wie die drei Musketiere, die über all die Jahre durch dick und dünn gegangen sind.
Bernd Hengst: Es ist wie in einer Ehe. Da gibt es auch mal Streit, aber man rauft sich immer wieder zusammen.
Manfred Durban: Natürlich sind wir auch einmal unterschiedlicher Meinung. Aber in einer Gruppe muss man Kompromisse schließen, sonst funktioniert es nicht.
HÖRZU: Fällt es nicht schwer, sich ganz von der Bühne zu verabschieden?
Manfred Durban: Der letzte Auftritt war schon besonders. Aber wir können im Moment noch gar nicht richtig abschätzen, wie sich das anfühlen wird, nicht mehr auf der Bühne zu stehen.
Bernd Hengst: Wir haben ja keine Erfahrung im Aufhören. Ich hadere jedenfalls nicht mit dieser Entscheidung, sondern denke, es war die richtige.
Olaf Malolepski: Wenn es allzu schlimm werden sollte, wollen wir uns treffen und daheim Konzerte geben.
Manfred Durban: Nur für die Familien, die dann aber auch ordentlich applaudieren müssen.
HÖRZU: Sie sind alle seit rund 40 Jahren verheiratet. Welche Rolle haben Ihre Frauen und Familien in all der Zeit gespielt?
Olaf Malolepski: Die wichtigste. Unsere Frauen haben uns all die Jahre begleitet.
Bernd Hengst: Wenn meine Frau irgendwann gesagt hätte, sie würde mich nicht mehr begleiten, hätte ich aufgehört. Ohne sie wäre ich nicht herumgereist.
HÖRZU: Und was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?
Manfred Durban: Erst mal möchte ich Urlaub machen und Motorrad fahren. Ich werde Ehrenämter in unserem Ort annehmen und mich um meine Streuobstwiesen kümmern.
Bernd Hengst: Ich freue mich darauf, mehr Zeit für meine Enkel zu haben. Und ich möchte mit meiner Frau all die schönen Orte im Süden bereisen, über die wir gesungen haben. Als wir unsere Musikfilme fürs Fernsehen gedreht haben, blieb nie Zeit, sich etwas anzuschauen.
Olaf Malolepski: Ich werde weiter Musik machen. Aber egal was kommt: Wir hatten als Flippers eine wunderbare Zeit und danken unseren Fans, dass sie uns so lange die Treue gehalten haben.
HÖRZU: Vielen Dank, Olaf Malolepski, Manfred Durban und Bernd Hengst, für das Interview.
Autor: Thomas Kunze
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