Aura Dione legt nach: Die hippieeske Dänin veröffentlicht nach ihrem Single-Erfolg mit "I Will Love You Monday (365)" ihr zweites Album. - Foto © Vilstrup/ Universal Music 2011
Warum sich Aura Dione auf dem Cover ihres neuen Albums "Before The Dinosaurs" von nicht mehr als ein paar Haarsträhnen und einem Äpfelchen bedeckt zeigt? Weil diese Fast-Nacktheit in den Augen der Sängerin und Songschreiberin am besten abbilde, was sie künstlerisch auszeichnet. "Ich stehe auf der Bühne und erzähle ziemlich intime Geschichten", sagt die 26-Jährige, "und das ist eben fast so, als würde man sich vor den Leuten ausziehen."
Den Seelenstriptease im Werk der Sängerin und Songschreiberin konnte bereits erleben, wer sich vor zwei Jahren auf mehr als nur ihren Nummer-Eins-Radiohit "I Will Love You Monday (365)" einließ. Denn beim Durchhören von Diones Debütalbum "Columbine" (2009) stieß man neben einer Handvoll heiterer Hits auch auf einige feinfühlig arrangierte Akustikballaden, in denen Dione sich als Erzählerin bewies. "Progressive Pop Poetry" nennt sie selbst das, was sie da macht, und womit sie schon früh erste Auftritte absolvierte.
Die dänische Sängerin Aura Dione
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Als Tochter einer färöisch-französischen Musiklehrerin und eines dänisch-spanischen Gitarrensammlers wurde Musik schnell ihr größtes Hobby. Angeblich trug die kleine Aura ihren Eltern bereits im Alter von fünf Jahren erste Songideen vor. Vater und Mutter führten einen recht alternativen Lebensstil und segelten mit Aura um die Welt, sie war praktisch überall ein bisschen zu Hause. Erst als sie sieben war, ließ sich die Familie auf der dänischen Insel Bornholm nieder, wo zunächst die Schul- und mit 17 auch ihre Musikkarriere begann. Diese führte sie dann noch als Teenager nach Australien, wo sie gezielt an ihrem eigenen Stil arbeitete und sich dabei auch von der Spiritualität der Aborigines inspirieren ließ.
Wenn sie über das neue Album spricht, ruht sie in sich. Sie lehnt sie sich zurück, wirkt zufrieden, stolz. Aber wie in fast jedem Interview, das sie in den vergangenen Jahren gab, scheint sie dabei nur auf den richtigen Moment zu warten, um zumindest kurz zu beweisen, wie viel Kraft und Gefühl in ihrer Stimme steckt. Nach einigen Minuten ist es soweit: "Ge-ge-e-jo-jo uuh la-la hmm, let's go Geronimo!" schmettert sie den banalen und doch animierenden Refrain der ersten Single-Auskopplung heraus, der ihr, wie so vieles, "einfach zugeflogen" sei.
"Den Song schrieb ich in einer Zeit, in der ich genau so etwas auch brauchte. Ich war in Deutschland gerade auf Platz eins der Charts und bekam international viel Aufmerksamkeit. Trotz des Rummels wollte ich nicht vergessen, worum es mir eigentlich mit meiner Musik geht. Nämlich darum, für Liebe und Frieden zu kämpfen und die Menschen zu ermutigen, sich freizumachen und nicht so sehr auf andere zu hören. Genau das vermittelt 'Geronimo' jetzt."
Liebe und Frieden sind es dann auch, die "Before The Dinosaurs" im Ganzen bestimmen. Mal schwebt Diones hallbelegte Stimme über Geigen und sanften Rhythmen, wenn sie ihre Sehnsüchte preisgibt. Mal erzählt sie zu zartem Gitarrengezupfe vom größten Glück der Gefühle. Einmal wird sie nostalgisch und schwärmt von der ersten Liebe. Etwas später steht eine alte Beziehung kurz vor dem Comeback. Kurz: Musik und Gefühle wandeln sich auf dieser Platte ständig. Nichts scheint ausgeschlossen, alles ist erlaubt, wird zugelassen.
Für sie selbst sei es freilich nicht leicht, sich glücklich zu verlieben und die Verbindung zu halten. Doch damit habe sie sich arrangieren können. Ihre Liebe Nummer Eins sei derzeit nun mal die Musik, sagt Dione. "Wenn ich nicht gerade schlafe, bin ich Musikerin. Und als solche habe ich nur für meine Musik und meine Fans Zeit. Ich bin auf Tour seit ich 17 bin. Jeden Morgen fahre ich zum Flughafen und fliege woanders hin. Und ich bin glücklich, immer wieder viele tolle Menschen kennenzulernen. Aber tiefgehende Verbindungen bauen sich dabei leider nur selten auf."
Für einen Augenblick wirkt Dione nachdenklich und versunken bei dem, was sie da sagt. Dann ist sie schon wieder voll da. Gut möglich, dass sie gleich noch mal losträllert. Sie weiß ja mittlerweile, dass das gut ankommt.
12.12., Köln, Stadtgarten
13.12., Berlin, Postbahnhof
14.12., Hamburg, Knust
15.12., Darmstadt, Centralstation
18.12., Flensburg, Deutsches Haus
Autor: teleschau / Erik Brandt-Höge
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