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Sicher surfen im Internet; Bild: © picture alliance / dpa

Vorsicht vor Fallen

Wie sicher ist das Internet?

  • Artikel vom 02. November 2010

Wir buchen Reisen, kaufen Musik, finden alte Freunde wieder oder gewinnen neue – das Internet bereichert unser Leben mit Tausenden von Möglichkeiten. Aber genauso zahlreich sind die Gefahren, die es birgt und die immer wieder für Schlagzeilen sorgen. Etwa wenn Kriminelle in großem Stil versuchen, mit sogenannten Phishing-Mails Kreditkartennummern zu "fischen", oder wenn soziale Netzwerke persönliche Daten ihrer Mitglieder schlampig verwalten.

Hacker sind schon lange nicht mehr nur daran interessiert, Schlagzeilen zu machen, indem sie etwa einen Virus um die Welt jagen. Es geht ganz handfest um Geld. Extrem profitabel sind für Internetganoven sogenannte Bot-Netze, bei denen illegal gekaperte Privatrechner ferngesteuert werden. Über diese Netze verteilen sie vor allem unerwünschte Werbung, auch "Spam" genannt. Ihre Betreiber können mehrere 10.000 Dollar pro Tag allein dadurch verdienen, dass sie Millionen von E-Mails über die Welt verteilen – in denen dann etwa für illegal kopierte Software geworben wird. "Nichts ist sicher im Internet", heißt es unisono unter Datenschützern. Denn nur wenn man einige Grundregeln beachte, könne von einem gewissen Maß an Sicherheit gesprochen werden.

Zur Abwehr von Eindringlingen in den Computer gibt es die "Firewall" (übersetzt: Schutzmauer). Sie wird mit dem Betriebssystem installiert, überwacht quasi den Eingang des Rechners und öffnet die Zugänge nur, wenn etwa E-Mails gelesen oder Videos heruntergeladen werden sollen. Hinzu kommen Programme gegen Viren und andere Spionageversuche. Diese Sicherheitssoftware muss in der Regel einmal jährlich neu erworben werden, denn der Browser, der unser "Surfbrett" fürs Internet darstellt, braucht regelmäßig eine Aktualisierung (Update). Man sollte stets die neueste Version nutzen. Juristisch gibt es bislang keinen Zwang, seinen Computer zu sichern. Aber man ist zumindest moralisch dazu verpflichtet. Schließlich können über einen gekaperten Rechner viele andere infiziert werden.

Hinzu kommt: Werden über ein ungesichertes Drahtlos-Netzwerk (WLAN) illegale Inhalte verbreitet, etwa Raubkopien von Musikdateien oder gar Kinderpornografie, kann durchaus der Besitzer haftbar gemacht werden. Ein WLAN-Netz sollte also stets verschlüsselt und mit Passwort gesichert sein.

Eine der wichtigsten Regeln für Ausflüge ins Netz lautet: Internetseiten möglichst direkt mit der Eingabe der genauen Adresse oder über selbst angelegte Lesezeichen ansteuern! Auf keinen Fall über einen Link in einer E-Mail! Im eigenen Postfach lauern nämlich viele Fallen. Dieser Weg ist für Angreifer auch besonders aussichtsreich, schließlich ruft jeder mindestens einmal pro Tag seine Nachrichten ab. Sicherheit bringt ein Blick in die Betreffzeile vor dem Öffnen. 99 Prozent aller E-Mails, die einen Angriff darstellen, werden englischsprachig oder in schlechtem Deutsch abgesetzt, so die Erfahrung von Sicherheitsexperten. Anhänge sollte man deshalb nur öffnen oder speichern, wenn man sie per E-Mail erwartet hat.

Schlimmste Sicherheitslücke ist häufig der Nutzer selbst: Großzügig verbreitet er private Daten. Besonders bei Anschrift und Geburtsdatum ist Zurückhaltung geboten. Adresse und Geburtstag sind nämlich wichtige Eckdaten für Betrüger, deren Masche es ist, mit vorgetäuschten Vertrags- und Geschäftsverhältnissen ahnungslose Nutzer abzuzocken, die eigentlich nur eines wollten: ein bisschen Spaß im Internet.

Garantierter Schutz: der E-Postbrief

Die deutsche Post bringt den Brief ins Internet. Er wird wie eine E-Mail über den Computer verschickt. Im Unterschied zur normalen E-Mail wird der Onlinebrief aber verschlüsselt übermittelt und ermöglicht so den Versand von vertraulichen Unterlagen wie Verträgen. Absender und Empfänger müssen sich registrieren lassen. Dabei wird die Identität durch Vorlage des Ausweises überprüft. Für Empfänger, die nicht online sind, wird der elektronische Brief ausgedruckt und per normaler Post zugestellt. Weitere Informationen unter www.deutschepost.de

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Autor: Michael Furmanek - Bild: © picture alliance / dpa