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Multimedia

"Lost Horizon": Abenteurer Fenton Paddock reist um die halbe Welt. / Bilder: © Koch Media

Adventure

"Lost Horizon"

  • Artikel vom 01. Oktober 2010

Mit "Geheimakte Tunguska" und "Geheimakte 2: Puritas Cordis" haben Animation Arts Spuren im Genre hinterlassen - dank der Rückkehr zu alten Tugenden und packend inszenierten Stories und Puzzles, die sich perfekt in die Handlung einfügen. "Lost Horizon", ihr jüngstes Werk, trägt dieselbe Handschrift und spielt in den politischen Wirren der 30er-Jahre. Das Spiel entpuppt sich dabei als gelungene Hommage an Filmklassiker von "Casablanca" bis zur "Indiana Jones"-Reihe.

Smarter Dreitagebart-Schönling, aber auch unabhängiger Draufgänger, der sich nicht so schnell unterkriegen lässt - Fenton Paddock ist so etwas wie der perfekte Sympathieträger für ein klassisches Point&Click-Adventure. Aus der britischen Armee unehrenhaft entlassen, will er mit dem Militär eigentlich nichts mehr zu tun haben und hält sich in der Kronkolonie Hongkong mit krummen Geschäften über Wasser.

Dabei kommt er unversehens mit den chinesischen Triaden in Konflikt, die ihn als Konkurrenten sehen. Kurzerhand packen sie Paddock in eine Holzkiste und versenken ihn im Hafenbecken. Natürlich überlebt der Protagonist den Mordanschlag - und wird fortan in alle Schwierigkeiten verwickelt, die man sich nur denken kann: Der britische Gouverneur überredet ihn, nach einer verschollenen Expedition in Tibet zu suchen. Doch damit gerät er zwischen die Fronten der Alliierten und der Nazis, die es wegen eines mächtigen Artefakts ebenfalls auf die verschwundene Forschertruppe abgesehen haben.

Die Zutaten stimmen vom ersten Moment an: Exotische Schauplätze von Hongkong über den Himalaja bis nach Marokko, das typische, mondäne 30er-Jahre-Flair, interessante Charaktere und eine filmreife Dramaturgie, die einen sofort ganz tief in die Geschichte eintauchen lassen. "Lost Horizon" reiht gekonnt kurze, abwechslungsreiche Szenen aneinander, die jeweils mit kleinen Cliffhangern eine solche Spannung aufbauen, dass man das Geschehen unbedingt weiterverfolgen möchte. Hervorragende Synchronsprecher und ein erstklassiger Orchestersoundtrack verstärken die großartige Atmosphäre ebenso wie die facettenreiche, comic-artige Grafik. Die kleinen Ruckler bei Szenenübergängen fallen dabei kaum mehr ins Gewicht.

Die Point&Click-Steuerung knüpft direkt an die "Geheimakten" an und dürfte auch Einsteiger vor keine Probleme stellen: Eine Hotspot-Anzeige, Hilfefunktionen und ein stets überschaubares Inventar am unteren Bildschirmrand sorgen für maximalen Komfort. Große Frustgefahr besteht bei den Rätseln ist in "Lost Horizon" ohnehin nicht: Die Puzzles sind stets fair und logisch aufgebaut - für Profi-Querdenker hätten sie durchaus einen Tick schwieriger ausfallen können.

Fazit: Für Freunde rasant erzählter Abenteuer ist "Lost Horizon" ein echter Leckerbissen. Die Entwickler spielen virtuos mit den Zutaten, die schon "Indiana Jones" zum Erfolg verhalfen, ohne jedoch einen bloßen Abklatsch des Klassikers abzuliefern. Bei "Lost Horizon" ist alles rund.

System(e): PC (getestete Version)
Hersteller: Animation Arts
Vertrieb: Koch Media
Multiplayer: nein
Sonstiges: Minimum CPU mit 2 GHz, 1,0 GB RAM, 4,5 GB freier Festplattenspeicher, 3-D-Karte mit 256 MB RAM
Schwierigkeit: für Einsteiger
Erhältlich ab: 20.08.2010
Preis: ca. 35 Euro
EAN Code: 4020628085759
Grafik: gut
Steuerung: sehr gut
Sound: sehr gut
Spielspaß: sehr gut
Alter: ab 12 Jahren
Gesamt-Urteil: sehr gut

Autor: teleschau