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Multimedia

Farbbrillianz, Schärfe selbst bei großer Bildschirmdiagonale - das ist HDTV. / Foto: © Panasonic

Fragen & Antworten

HDTV: So gut ist das neue Fernsehen

  • Artikel vom 07. August 2010

Der neue Fernsehstandard heißt HDTV. Immer mehr Sender strahlen ihr Programm in der brillianten Bildqualität aus. HÖRZU verrät, wie man das hochauflösende Fernsehen empfängt, welche Technik-Standards es gibt und welche Zusatz-Gebühren anfallen.

Was ist HDTV?

Antwort: Das hochauflösende Fernsehen ("High Definition Television") ist die zweite große Revolution der Fernsehgeschichte – nach der Einführung der Farbe 1967. Es werden dabei fünfmal so viele Bildpunkte übertragen wie bisher, was nur mit digitaler Technik möglich ist. Deshalb löst HDTV endgültig das alte analoge Fernsehen ab. Derzeit werden, je nach Einsatzzweck, zwei HDTV-Arten genutzt, deren Auflösung unterschiedlich ist: zum einen 1280 x 720, zum anderen 1920 x 1080 Bildpunkte (auch Full-HD genannt). Ansonsten divergieren die beiden Formen nur in kleinen Technikdetails.

Welche Vorteile hat HDTV?

Antwort: Wer einmal einen Film oder eine Dokumentation in hochauflösender Technik gesehen hat, will nie wieder anders fernsehen: Schärfe und Detailreichtum der Bilder sind erstaunlich. Erst HDTV nutzt die Möglichkeiten der modernen Flachbild-Fernseher richtig aus, selbst bei Bildschirmdiagonalen jenseits von einem Meter bleibt das Bild brillant. Zudem überträgt HDTV meist hochwertigen digitalen Rundum-Ton, mit dem das Wohnzimmer zum Kino wird – sofern man den Ton über eine passende Surround-Anlage an die Lautsprecher leitet.

Welche Programme kann man schon in HD sehen?

Antwort: Welche Sender man in HD empfängt, hängt davon ab, ob man per Kabel oder Satellit fernsieht. Die größte Auswahl gibt es derzeit über Satellit: Frei empfangbar sind Das Erste HD, ZDF HD und Arte HDAnixe HD, wo vor allem Filme und Serien laufen. Zum hochauflösenden Empfang der Privatsender RTL, SAT.1, Vox, ProSieben und Kabel 1 ist eine spezielle Entschlüsselungskarte ("Smartcard") für "HD+" nötig (50 Euro/Jahr). Das größte HD-Angebot bietet der Bezahlsender Sky mit demnächst bis zu zehn Kanälen. Diese sind, wie die öffentlich-rechtlichen, auch über Kabel in Teilen Deutschlands zu empfangen. Die Privatsender bislang nicht.

Was brauche ich, um HDTV zu sehen?

Antwort: Zuallererst einen Flachbildfernseher, denn alte Röhrengeräte können mit HDTV nichts anfangen. Das Gerät muss mindestens das Logo "HD ready" tragen, was heute aber praktisch alle Geräte tun. Damit ist gewährleistet, dass der Fernseher HD-Inhalte zeigen kann – aber nicht unbedingt in bester Qualität: Das Bild wird bei Bedarf passend gerechnet. Erst Geräte mit "Full HD" haben 1920 x 1080 Bildpunkte und können das gesendete Signal ohne Umrechnung zeigen. Damit dieses überhaupt am Bildschirm ankommt, ist allerdings ein HD-Empfänger ("Receiver") nötig, meist ein separates Gerät (Preis: ab 50 Euro). Es gibt aber auch Fernseher mit integriertem HD-Receiver – womit man sich zudem eine Fernbedienung spart. Vorsicht: Will man per Satellit auch Privatsender in HD gucken, braucht man einen "Smartcard"-Steckplatz für "HD+". Für die Verbindung von Receiver und TV-Gerät ist zudem zwingend ein HDMI-Kabel nötig. Wer weiter den breiten Scart-Stecker nutzt, erhält zwar auch ein Bild, aber eben nur in Normalauflösung (also Standard Definition: SDTV).

Kann ich HD-Sendungen aufzeichnen?

Antwort: Ja, aber nicht mit dem alten VHS-Videorekorder. Der beherrscht nämlich die hohe Auflösung nicht. Inzwischen sind HDTV-Receiver gängig, die eine bereits eingebaute Festplatte haben (oder an die eine angestöpselt werden kann – meist über einen USB-Anschluss). Über den elektronischen Programmführer, der bei HDTV automatisch mitgesendet wird, kann man die gewünschte Sendung bequem per Fernbedienung zur Aufnahme auswählen. Leider gibt es bei der digitalen Übertragung derzeit keinen Ersatz für das VPS-Signal aus analogen Zeiten: Damit wurde eine Sendung auch dann korrekt aufgezeichnet, wenn sie früher oder später startete. Weil die Aufnahme von HDTV sich nur nach der Uhrzeit richtet, sollte man bei den Receivern meist eine Vor- und Nachlaufzeit von einigen Minuten einstellen. Dann hat man mit etwas Glück die komplette Sendung auf der Festplatte.

Autor: Michael Fuchs

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