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Multimedia

3D-Fernseher funktionieren meist nur in Kombination mit einer 3D-Brille. / Foto: © picture-alliance / y06/ZUMA Press / Foto Flashbühne: © picture alliance / landov

Fragen & Antworten

3D-Technik

  • Artikel vom 21. August 2010

Wie funktioniert eigentlich 3D?

Antwort: Wir nehmen unsere Umgebung stereoskopisch wahr: Bedingt durch den Abstand unserer Augen sehen wir die Welt aus zwei leicht unterschiedlichen Perspektiven. Diese beiden Eindrücke setzt das Gehirn zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. So entsteht eine räumliche Wahrnehmung, bei der nicht nur Breite und Höhe des Gegenstands erkannt werden, sondern auch seine Tiefe im Raum. Für ein 3D-Bild oder einen 3D-Film werden also immer zwei Bilder gebraucht – eines für das linke, eines für das rechte Auge. Um bei einem Film räumlichen Eindruck zu erzeugen, wird er gleichzeitig mit zwei Kameras aufgenommen, die im mittleren Augenabstand voneinander entfernt sind. Die Bilder werden dann synchron auf einer Kinoleinwand oder einem TV-Bildschirm dargestellt.

Brauche ich für 3D-Filme immer eine Brille?

Antwort: Um 3D-Effekte eines Films im Kino oder im Fernsehen wahrnehmen zu können, müssen Zuschauer Spezialbrillen tragen. Nur sogenannte autostereoskopische TV-Geräte kommen schon ohne Brille aus, befinden sich aber noch im Versuchsstadium und sind sehr teuer. Es gibt verschiedene Brillentypen: Modelle mit roten und blauen Folien sind für das alte anaglyphe Verfahren gedacht, das 1953 erstmals eingesetzt wurde und die doppelten Filmbilder rot bzw. blau überträgt. Das Auge, das durch die rote Folie blickt, sieht nur das blaue Bild, jenes, das durch die blaue blickt, das rote. Aus beiden ergibt sich der räumliche Eindruck. Dieses Prinzip nutzt auch die "Bild"-Zeitung für ihre erste Ausgabe in 3D, die am 28. August erscheint. Moderne 3D-Technik liefert die doppelten Bilder per digitalen Filmprojektor oder 120-Hz-Monitor. Spezialbrillen mit Shuttertechnik oder Polfiltern sorgen dafür, dass das linke Auge nur die linke Bildperspektive sieht, das rechte nur die rechte. Leider ist die Übertragung zwischen TV-Gerät und Brille noch nicht standardisiert, Gerät und Brille müssen also vom selben Hersteller sein.

Kann ich Filme in 3D mit meinem ganz normalen Flachbildfernseher gucken?

Antwort: Ja, aber nur Filme im alten anaglyphen Verfahren (siehe oben). Für einen plastischen Filmgenuss mit satten Farben und scharfen Kontrasten ist ein modernes Flachbildgerät nötig, das speziell dafür eingerichtet wurde. Entscheidend ist dabei, dass das Gerät die Bilder mit 120 Hertz annimmt und abgibt. So erscheint der Film dreidimensional in voller HD-Qualität.

Kann ich auch selbst Filme und Fotos in 3D erstellen?

Antwort: Natürlich. 3D-Geräte für Amateure sind aber noch rar. Von Fujifilm gibt es die FinePix Real 3D W1 Digitalkamera. Mit zwei 10-Megapixel-Bildsensoren macht sie Fotos und auch Filme in 3D. Auf dem LCD-Monitor der Kamera kann man die 3D-Aufnahmen sogar ohne Hilfsmittel, also ohne Brille sehen. Preis: circa 500 Euro. Für September hat Panasonic den weltweit ersten 3D-Consumer-Camcorder angekündigt: den HDC-SDT750. Die Raumwirkung gelingt hier durch den Einsatz einer 3D-Vorsatzlinse. Die Aufnahme erfolgt im Side-by-Side-Verfahren mit je 960 x 1080 Pixeln für das linke und das rechte Bild. Ebenso ist ein 3D-Wechselobjektiv für das Lumix G Micro System angekündigt. Preise: noch offen.

Welche 3-D-Filme gibt es schon zu kaufen?

Antwort: Das Angebot an Blu-Ray-Filmen in HD-Qualität ist noch sehr überschaubar. Angekündigt war zwar eine Vielzahl von Hollywood-Hits (unter anderem "Avatar"), auf dem Markt sind aber erst wenige – etwa das Heldenepos "Kampf der Titanen". Besonders sehenswert: die Naturdoku "Grand Canyon" und der Animationsfilm "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen". Bald im Handel: der Animationsfilm "Jagdfieber" (ab 11.11.). Bei einigen TV-Herstellern gibt’s beim Kauf eines 3D-Geräts einen 3D-Film gratis. Oder auch zwei.

Gibt es im Fernsehen bereits 3D-Angebote?

Antwort: In Großbritannien möchte der Pay-TV-Sender Sky noch in diesem Jahr einen ersten 3D-Sender starten. Europaweit will Sky im Mai 2011 beginnen. Einige TV-Geräte von Samsung oder Toshiba können auch herkömmliche Filme in Echtzeit in plastische Bilder umwandeln. Tipp: Am 28.8. zeigt der Kulturkanal Arte zwei Klassiker in 3D. Zwar in der technisch veralteten Anaglyph-Fassung, aber dafür auf jedem Flachbild-TV zu sehen. Bei den selten gezeigten Werken handelt es sich um Alfred Hitchcocks "Bei Anruf Mord" und Jack Arnolds Horrorfilm "Der Schrecken vom Amazonas". Beide stammen aus dem Jahr 1954, einer Zeit, in der das Kino schon einmal mit 3D-Technik experimentierte. Damals galt es, den Zuschauerschwund zu stoppen, der durch das aufkommende Farbfernsehen drohte. Rot-Cyan-Brillen für den vollen 3D-Genuss liegen dem "Arte"-Magazin bei (21.8. am Kiosk). Auch die "Bild"-Brille eignet sich. Heimwerker finden eine Bastelanleitung auf www.arte.tv/de.

Autor: Michael Furmanek

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