Krimi-Spezial
Rückzug auf Raten: Maria Furtwängler dreht nur noch einen ''Tatort'' pro Jahr.
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Rückzug auf Raten: Maria Furtwängler dreht künftig nur noch einen ''Tatort'' pro Jahr. / Foto: © NDR/Gordon Muehle

Doppelter Einsatz für die Schauspielerin

''Tatort''-Star Maria Furtwängler im Interview

  • Artikel vom 09. Dezember 2012

Ein Mädchen im Müll, Sexpartys in der sogenannten guten Gesellschaft: Der ''Tatort''-Zweiteiler ''Wegwerfmädchen'' und ''Das goldene Band'' führt Maria Furtwängler (46) in die Abgründe von Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover. Im Interview mit HÖRZU spricht die Schauspielerin über dieses ungewöhnliche Krimiexperiment, ihre Projekte für 2013 und ihre Entscheidung, nur noch einmal pro Jahr als Kommissarin Lindholm zu fahnden.

HÖRZU: Sie ermitteln erstmals in einer "Tatort"-Doppelfolge. Warum?

Maria Furtwängler: Im Brainstorming mit NDR-Fernsehspielchef Christian Granderath kamen wir darauf, zwei höchst komplexe Themen miteinander zu verweben: Zwangsprostitution und Korruption in Hannover. So entstand die Idee für diese Doppelfolge.

HÖRZU: Wie realistisch ist der Fall?

Maria Furtwängler: Sehr realistisch. Das Leben ist die beste Vorlage für diese Stoffe. Denken Sie nur an die ausschweifenden Partys von Versicherungskonzernen, die Machenschaften von Ex-Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth, die Verstrickungen der Hannover-Connection. Also an den Kreis um Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer.

HÖRZU: Im Krimi werden minderjährige Mädchen missbraucht. Ist die Oberschicht so amoralisch?

Maria Furtwängler: Ich arbeite nicht wirklich für die Kripo. Doch ich denke, dass sich so etwas durch alle Gesellschaftsschichten zieht, von der sogenannten Hautevolee bis hin zum Rockermilieu.

HÖRZU: Wie lange spielen Sie noch Kommissarin?

Maria Furtwängler: Ich bleibe dem "Tatort" weiter verbunden denn ich mag meine Figur einfach zu gern, um sie ganz aufzugeben. Ich habe mich aber entschlossen, in den nächsten zwei Jahren nur je eine Folge pro Jahr zu drehen.

HÖRZU: Weil Sie viel Zeit für die nächste Rolle brauchen? Gerüchten zufolge spielen Sie Leni Riefenstahl. Stimmt das?

Maria Furtwängler: Dieses Projekt liegt mir enorm am Herzen. Aber ich weiß, dass man sich genau überlegen muss, wie man Riefenstahls Geschichte erzählt, denn man trägt eine große Verantwortung, wenn man Personen der Zeitgeschichte verkörpert. Mich interessiert das Motiv der durch Hitler verführten Künstlerin, aber auch ihre Rolle als Verführerin. Mit ihrem einzigartigen Talent hielt sie Hitlers hypnotisierend wirkende Masseninszenierungen auf Zelluloid fest. Zudem verhielt sie sich als Frau konträr zum damaligen Rollenbild.

HÖRZU: Im Januar 2013 feiern Sie Ihr Theaterdebüt mit dem Stück "Gerüchte … Gerüchte …". Wie aufgeregt sind Sie?

Maria Furtwängler: Wir haben am 13. Januar Premiere im Berliner Theater am Kurfürstendamm. Ich stehe erstmals auf der Bühne. Das fühlt sich ein bisschen an wie die Zeit vor meinem ersten Film.

HÖRZU: Vielen Dank, Maria Furtwängler, für das Interview.


Sendehinweis: ''Tatort: Wegwerfmädchen''

Teil 1 der spannenden Doppelfolge mit Maria Furtwängler
SO, 9.12., Das Erste, 20.15 Uhr

''Tatort: Das goldene Band''

Teil 2 der spannenden Doppelfolge mit Maria Furtwängler
SO, 16.12., Das Erste, 20.15 Uhr

Autor: Mike Powelz

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