Krimi-Spezial
Maresa Hörbiger und Christiane Hörbiger
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Die Schwestern Maresa Hörbiger und Christiane Hörbiger standen für den ARD-Krimi ''Meine Schwester'' erstmals gemeinsam vor der Kamera. / Foto: © ARD Degeto/Mona Film/O. Roth

Zum ARD-Krimi ''Meine Schwester''

Schauspielerin Christiane Hörbiger im Interview

  • Artikel vom 21. Februar 2013

Die Ältere, Christiane, gibt die verhuschte alte Jungfer Katharina Wallner, die in ihrem Laden für Filmsouvenirs verstaubt und plötzlich in einen Mord verwickelt wird. Die Jüngere, Maresa, trumpft als ihre Schwester Hannah auf, eine Diva, harsch im Ton. In ''Meine Schwester'' (21.02., 20.15 Uhr, Das Erste) standen die Hörbiger- Schwestern erstmals gemeinsam vor der Kamera. Regie führte Christianes Sohn Sascha Bigler, der nach seiner Ausbildung in den USA jetzt häufig in Deutschland dreht. Wie es ist, mit dem eigenen Clan zu drehen? Christiane Hörbiger verrät es hier.

HÖRZU: Der Film ist eine Hommage an das Kino, jongliert mit vielen Zitaten aus der Fimgeschichte. Was hat etwa das Foto des 50er-Jahre-Stars Rudolf Prack zu bedeuten, das im Devotionalienladen der Katharina Wallner hängt?

Christiane Hörbiger: Eine Pointe, die meinem Sohn eingefallen ist, weil er mich so gut kennt. Er wusste, dass ich mal in Prack verliebt war, als wir 1956 "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe" gedreht haben. Damals war ich 17.

HÖRZU: Ein weiteres Foto zeigt Sie in der Rolle der Ladenbesitzerin, wie Sie Götz George anhimmeln. Wie entstand das?

Christiane Hörbiger: Ich habe mich einfach unter die Autogrammjäger geschummelt, als Götz mal im "Bayerischen Hof" in München abgestiegen ist. Er hat da ganz liebenswürdig mitgespielt.

HÖRZU: In einer Szene müssen sich die Schwestern Katharina und Hannah unflätig beschimpfen. Fiel ihnen das schwer?

Christiane Hörbiger: Nein, das war ganz wunderbar! Wir haben alles rausgelassen, was wir gegen irgendwen irgendwann mal an Groll hegten, und haben uns da wechselseitig reingesteigert.

HÖRZU: Gar keine Hemmungen, mit der eigenen Schwester zu spielen?

Christiane Hörbiger: Ich bin meiner Schwester privat sehr nah. Wir mussten eher lernen, uns als zwei Fremde in die Augen zu sehen.

HÖRZU: Traute sich Ihr Sohn, der Regie führte, seine berühmte Mutter auch einmal härter anzufassen?

Christiane Hörbiger: Das traut sich heute keiner mehr. Ist auch nicht nötig. Mit Geduld und,Güte erreicht man bei mir alles. Da,bin ich Wachs in den Händen jedes Regisseurs.

HÖRZU: Und umgekehrt? Gab es gut gemeinte mütterliche Ratschläge?

Christiane Hörbiger: Meine einzige Sorge war, dass Sascha zu leicht angezogen ist. Und wenn wir spät nachts noch gedreht haben, habe ich zwischen den Zähnen geknirscht: "Muttermörder, Muttermörder."

HÖRZU: Wie wichtig sind Ihnen Souvenirs? Horten Sie Andenken an Ihre Filme?

Christiane Hörbiger: Götz George hat mir zum 70. Geburtstag das Mieder geschenkt, das er in "Schtonk!" trug, der Satire auf die Hitler-Tagebücher. Das bewahre ich auf. In der Rolle seiner Gattin Freya habe ich bei seinem Anblick gebebt!

HÖRZU: Letzte Frage: Frau Hörbiger, mal ehrlich, was war da wirklich mit Rudolf Prack?

Christiane Hörbiger: Na ja, er kam in meine Garderobe, hat mich ein bisschen geküsst. Er sagte immer: "Ich bin kein Schauspieler." In Wirklichkeit war er ja Bankbeamter.


Sendehinweis: ''Meine Schwester''

Krimikomödie mit Christiane und Maresa Hörbiger sowie August Zirner
DO, 21.2., Das Erste, 20.15 Uhr

Autor: Angela Meyer-Barg

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