DIE GOLDENE KAMERA 2013
Hape Kerkeling

Der Moderator Hape Kerkeling mit der GOLDENEN KAMERA von HÖRZU.

Live im ZDF: DIE GOLDENE KAMERA von HÖRZU

Hape Kerkeling im Exklusiv-Interview

  • Artikel vom 31. Januar 2013

Was für ein Comeback: Hape Kerkeling ist zurück und moderiert die 48. GOLDENE KAMERA von HÖRZU. Das ZDF überträgt die Gala live am 2. Februar aus der Ullstein-Halle des Verlagshauses Axel Springer in Berlin (siehe TV-Tipp rechts). Ein Jahr lang hatte der Moderator sich zurückgezogen.


Hape Kerkeling und DIE GOLDENE KAMERA von HÖRZU

Moderator Hape Kerkeling

2012 sang Hape Kerkeling bei der Gala mit Miss Piggy im Duett "Something Stupid". - Foto © picture alliance / Eventpress Herrmann

Sie sind ein Traumpaar: Hape Kerkeling und die GOLDENE KAMERA von HÖRZU. Nicht nur, dass der Entertainer die Preisverleihung in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge live moderiert – er selbst ist auch dreifacher Preisträger. 1990 erhielt er die Auszeichnung für "Total normal", 2005 als bester TV-Entertainer, 2012 gewann er in der Kategorie "Leserwahl" als "Bester Comedian". Darüber hinaus glänzte er mit seinen Auftritten: 2006 überreichte er als Horst Schlämmer den Nachwuchspreis an Anna-Maria Mühe, 2011 nahm er mit seiner Kunstfigur Uschi Blum Hollywoodstar John Travolta aufs Korn, 2012 sang er mit Miss Piggy im Duett "Something Stupid". Wir sind gespannt, wie er das Millionenpublikum in diesem Jahr überraschen wird.


HÖRZU verriet der 48-Jährige die wahren Gründe für seine Auszeit, was er im vergangenen Jahr gemacht hat und warum es nicht mehr viele solcher großen Auftritte im TV mit ihm geben wird.

HÖRZU: Wie fühlt es sich an, nach einem Jahr Pause wieder die Bühne zu betreten und die GOLDENE KAMERA von HÖRZU zu moderieren?

Hape Kerkeling: Nach einem Jahr Fernsehabstinenz ist es so, dass ich mich frage: Kann ich das noch? Habe ich das jemals gekonnt? Werde ich es wieder können? Und das wird sich dann in den ersten drei Minuten zeigen. Die Frage stelle ich mir schon. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass es einigermaßen wird.

HÖRZU: Wie intensiv bereiten Sie sich auf diese Livesendung vor?

Hape Kerkeling: Es beginnt Anfang Dezember. Ich beschäftige mich inhaltlich mit den Laudatoren und überlege mir, was ich selber auf der Bühne machen kann. Da haben wir in diesem Jahr noch originellere Ideen als im letzten.

HÖRZU: Wissen Sie, worüber wir beide noch nie gesprochen haben?

Hape Kerkeling: Mir fallen spontan drei Sachen ein – die sage ich aber nicht.

HÖRZU: Über den 31. August 1981. Erinnern Sie sich noch an diesen Tag?

Hape Kerkeling: Ja, da bin ich aufgetreten. Am 31. August 1981 fand der HÖRZU-Nachwuchswettbewerb statt, den ich gemeinsam mit der Studentin Claudia Jörn aus Brühl in der Sparte Entertainer gewonnen habe.

HÖRZU: Man kann das als Beginn Ihrer Karriere bezeichnen. Wie lief das damals ab?

Hape Kerkeling: Ich hatte den Auftritt tatsächlich unterschätzt. 1981 war ich 16 – also bin ich gemeinsam mit meinem Vater nach Berlin geflogen. Ich bin auf der IFA am HÖRZU-Stand aufgetreten. In der Jury war auch Harald Juhnke. Mir war nicht ganz klar, vor wie vielen Leuten ich da auftreten würde. Zum ersten Mal gab ich also nicht auf einer Familienfeier Anekdoten zum Besten, sondern auf einer richtig großen, ausgeleuchteten Bühne mit Mikrofon.

HÖRZU: Womit sind Sie damals aufgetreten?

Hape Kerkeling: Ich habe Dialekte nachgemacht und eine Nachbarin nachgeahmt. Die Leute unten im Publikum hatten Spaß. Das war für mich ein Aha-Erlebnis. Ich dachte: Vielleicht ist es doch der richtige Weg, Entertainer zu werden. Die HÖRZU hat mich im Lauf der Jahre immer unterstützt. Das ist etwas, das ich nie vergessen werde.

HÖRZU: Und wie waren Sie als Mensch – wie war der 16-jährige Hape damals? Oder war Hans-Peter Ihr Rufname?

Hape Kerkeling: Hans-Peter, das ist bis heute so geblieben. Leute, mit denen ich wirklich eng bin, die sagen nicht Hape. Ich war ein Popper, modisch up to date, die Haare hingen über das rechte Auge. Und ich war sehr selbstbewusst. Dass ein 16-Jähriger so von sich überzeugt sein kann, hat mir im Rückblick auch manchmal Angst gemacht. Es hätte eine schlimme Fehleinschätzung sein können zu glauben, man macht dann irgendwann mal eine Fernsehkarriere. Das ist ziemlich vermessen. Gott sei Dank ist es gut gegangen.

HÖRZU: Und wie viel ist geblieben von dem Hans-Peter des Jahres 1981?

Hape Kerkeling: Ich bin mir selbst heute wieder sehr viel näher, als ich es zwischendurch vielleicht war. Manchmal habe ich das Gefühl, es bricht wieder dieser immense Elan durch, den ich auch schon als 16-Jähriger gespürt habe.

HÖRZU: Haben Sie das Ihrer Fernsehpause zu verdanken?

Hape Kerkeling: Ich mache diesen Beruf seit 29 Jahren. Um mir diese Leidenschaft zu erhalten, muss ich mich zwischendurch rausnehmen. Auch um wieder richtig Lust auf das zu haben, was ich da auf der Bühne treibe.

HÖRZU: Sie gehören zu den kreativsten Künstlern Deutschlands. Hatten Sie im vergangenen Jahr ein Ventil für Ihre Kreativität?

Hape Kerkeling: Ich arbeite an einem Buch, das irgendwann mal erscheinen wird. Und ich mache Musik. Für mich selbst. Ich komponiere. Im Prinzip ist im Sommer ein ganzes Album entstanden. Ob das je veröffentlicht wird?

HÖRZU: So eine Phase im Leben muss guttun.

Hape Kerkeling: Das ist ein großer Luxus, für den ich auch sehr dankbar bin. Mir geht es vor allem darum, mich zeitweise aus der Öffentlichkeit herauszunehmen, weil ich es selbst satt habe, ständig etwas über mich zu lesen. Ich gehe mir selbst auf den Keks. So finde ich den Abstand zu meiner Medienfigur, die ich darstelle. Ich bin nicht mein Image. Das ist vielleicht Teil meiner Person, aber ich bin nicht nur das. Und um mich wiederzufinden, brauche ich zwischendurch eine Pause.

HÖRZU: Ziehen Sie heute noch Kraft aus Ihrer Zeit auf dem Jakobsweg?

Hape Kerkeling: Das hat mein Leben von Grund auf verändert. Sowohl der Weg als auch das Buch dazu. Ich weiß mehr, was ich will und was nicht. Ich bin dadurch kein perfekter Mensch geworden, vielleicht ein bisschen besser. Und jetzt plaudere ich mal aus dem Nähkästchen: Damals wollte das Buch erst keiner haben. Mein Verlag war ziemlich verzweifelt, weil die Buchhändler sagten: "Der Name ist interessant, das Thema ist interessant, doch zusammen ist das absolutes Kassengift. Herzlichen Dank, aber wir möchten das Buch nicht." Allein die Nachfrage der Leser hat dafür gesorgt, dass es in die Läden gekommen ist.

HÖRZU: Sie sagen, dass Sie mit 50 aufhören wollen. Das wäre im Dezember 2014!

Hape Kerkeling: Ja.

HÖRZU: Was bedeutet das? Nie wieder Hape Kerkeling im Fernsehen?

Hape Kerkeling: Ich werde natürlich weiter arbeiten, und man wird mich hier und da im Fernsehen und auch irgendwo im Kino vielleicht noch sehen, aber dass ich dann noch große Showreihen mache, halte ich für ausgeschlossen.

HÖRZU: Und wann sehen wir Sie 2013?

Hape Kerkeling: Bei der GOLDENEN KAMERA natürlich, und vielleicht gibt es die eine oder andere Überraschung, mal schaun.

HÖRZU: Im vergangenen Jahr hat sich die Medienwelt durch die Digitalisierung stark weiterentwickelt. Wie verändert das Ihren Beruf?

Hape Kerkeling: Es gibt keinen nicht öffentlichen Moment mehr. Wenn ich in einer Pizzeria sitze, muss ich damit rechnen, dass ein Foto gemacht wird, und es landet bei Facebook oder Twitter. Ist schon oft genug passiert. Das sind Momente, in denen ich denke: "Ja, der alte, kluge Thomas Gottschalk hat das schon richtig gemacht, als er in die USA gezogen ist."

HÖRZU: Haben Sie mal überlegt, ins Ausland zu ziehen?

Hape Kerkeling: Ich habe das mal probiert, aber es geht nicht. Ich kriege Heimweh und will zurück.

HÖRZU: Wonach haben Sie dann Sehnsucht?

Hape Kerkeling: Ganz simple Dinge: Menschen, Brot, Leberwurst, Schnee, Kirchenglocken.

HÖRZU: Und nach der GOLDENEN KAMERA! Oder etwa nicht? Vor einem Jahr haben Sie die Leserwahl als bester Comedian gewonnen und damit Ihre bislang dritte GOLDENE KAMERA. Wo steht sie?

Hape Kerkeling: Dick und fett im Wohnzimmer, neben den anderen. Letztes Jahr war ich als Preisträger auch sehr lange auf der Party und erst um 6.30 Uhr zu Hause. Ein sehr schöner Abend.

HÖRZU: Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?

Hape Kerkeling: Die Gala der GOLDENEN KAMERA ist immer wie eine große Wundertüte. Ich begegne den Größten der Großen auf der Bühne.

HÖRZU: Wann beginnt Ihr Lampenfieber?

Hape Kerkeling: Am schlimmsten ist der Satz: "Meine Damen und Herren, bitte nehmen Sie jetzt Ihre Plätze ein." Dann kommen eiskalte Schauer, und ich denke: "Was, wenn du die Treppe runterpurzelst?" Das wird nie weggehen! Zum Glück schlafe ich die Nacht vorher immer gut, zu Hause in meinem Bett.

HÖRZU: In diesem Sinn: Gute Nacht! Wir freuen uns auf Sie!

Autor: Mirja Halbig

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