Schauspielerin Liv Lisa Fries (21) wurde während der GOLDENEN KAMERA von HÖRZU der Nachwuchspreis verliehen: die Lilli Palmer und Curd Jürgens-Gedächtniskamera. / Foto: © dpa
Den hat sie sich wirklich verdient: Schauspielerin Liv Lisa Fries (21) erhielt den Nachwuchspreis der GOLDENEN KAMERA von HÖRZU - die mit 20.000 Euro dotierte Lilli Palmer und Curd Jürgens-Gedächtniskamera. Begeistert hatte die talentierte Berlinerin die Jury vor allem mit ihrer Rolle in dem Drama "Sie hat es verdient" (Erstausstrahlung: 14.9. im Ersten).
Liv Lisa Fries spielt in dem Drama die 17-jährige Schülerin Linda, die aus Eifersucht ihre Klassenkameradin Susanne (Saskia Schindler) an derem Geburtstag zu Tode foltert. Ein Jahr später - Linda sitzt mittlerweile im Gefängnis - erhält die junge Mörderin Besuch von Susannes Mutter Nora (Veronica Ferres), die endlich begreifen will, warum ihre Tochter sterben musste.
So überzeugend verkörpert Liv Lisa Fries die eiskalte Killerin, dass ihre Mutter nach einer Voraufführung bemerkte, sie habe ihre eigene Tochter nicht wiedererkannt. Für Liv Lisa Fries ist das das größte Kompliment, das es überhaupt gibt. Und dabei wollte Regisseur und Drehbuchautor Thomas Stiller die zierliche Blondine ursprünglich gar nicht. Zumindest nicht als Mörderin. Er lud sie für die Rolle von Lindas Freundin zum Casting ein. Doch nachdem Liv Lisa Fries das Drehbuch gelesen hatte, wollte sie unbedingt die Linda spielen und lernte einfach beide Rollen für das Vorsprechen. Der Regisseur bot ihr den begehrten Part tatsächlich an - unter der Bedingung, dass sie sich von ihren langen blonden Haaren trennte. Kein Problem für die begeisterte Jungschauspielerin.
Im Nachhinein wird Regisseur Oskar Roehler sich vermutlich geärgert haben, dass er die Szene mit Liv Lisa Fries aus seinem Kinofilm "Elementarteilchen" (2006) herausgeschnitten hat. Ihre erste Rolle überhaupt. Doch Liv Lisa Fries fand das nicht weiter schlimm. Sie wusste von da an, dass sie Schauspielerin werden wollte, und sie blieb am Ball. Weil sie sich davor fürchtete, von einer Schauspielschule abgelehnt zu werden, nahm Liv Lisa Fries privaten Schauspielunterricht. Sie machte eine Sprechausbildung und übte Atemtechniken. Fünf Jahre lang. Jeden Tag,
Die Mühe hat sich gelohnt. Mit fünfzehn ergatterte Liv Lisa Fries ihre erste Hauptrolle: in einem Schimanski-''Tatort''. Seitdem war sie in TV-Serien ("Hallo Robbie", "Küstenwache"), TV-Produktionen ("Liebling, weck die Hühner auf") und Kinofilmen ("Die Welle", "Bis aufs Blut") zu sehen.
Doch der schnelle Erfolg ist ihr nicht zu Kopf gestiegen. Sie bleibt bescheiden - und rechnet immer noch damit zu scheitern. In einem Interview sagte Liv Lisa Fries kürzlich: "Vielleicht will mich in fünf Jahren ja keine Sau mehr sehen." Die Jury der GOLDENEN KAMERA von HÖRZU möchte das auf jeden Fall. Und vermutlich auch Millionen Fernsehzuschauer.
Autor: Jana Mareike von Bergner
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