Das Ausnahme- und Multitalent Hape Kerkeling moderiert am Samstag, den 4. Februar 2012 zum dritten Mal DIE GOLDENE KAMERA von HÖRZU. Die Galaveranstaltung wird ab 20:15 live im ZDF ausgestrahlt. - Foto © picture-alliance / Sven Simon
Es wird wieder unglaublich locker, leicht und lustig sein, wenn Hape Kerkeling die Verleihung der GOLDENEN KAMERA von HÖRZU präsentiert – zum dritten Mal übrigens. Das ZDF überträgt die große Gala live aus der Ullstein-Halle des Verlagshauses Axel Springer in Berlin (siehe TV-Tipp rechts).
DIE GOLDENE KAMERA von HÖRZU: Sternstunden von 1966-2012
Was dann wirklich in dem Entertainer vorgeht, wie er sich hinter den Kulissen aufs Defilee der Stars vorbereitet und wen er am liebsten auf der Bühne begrüßen würde, erzählt der 47-Jährige im Exklusiv-Interview. Eines wird dabei schnell klar: DIE GOLDENE KAMERA von HÖRZU ist für ihn mehr als ein glanzvoller Auftritt – sie ist eine echte Herzenssache.
HÖRZU: Fünf Jahrzehnte GOLDENE KAMERA von HÖRZU. Lassen Sie uns auf Zeitreise gehen!
Hape Kerkeling: Gern.
HÖRZU: In welches Jahrzehnt der GOLDENEN KAMERA würden Sie gern zurückreisen?
Hape Kerkeling: Gehen wir doch mal in die 70er-Jahre.
HÖRZU: Angenommen, wir stiegen dort aus der Zeitmaschine. Was hätten Sie an?
Hape Kerkeling: Einen orangefarbenen Anzug mit sehr weiten Hosen, dazu eine Krawatte in Grün, Braun, Weiß und Orange. Meine Haare wären sicher Minipli. Ich steige aus einem hellblauen Audi NSU. Das war damals der Wagen! Im Radio läuft ABBA: "Dancing Queen, young and sweet, only seventeen". (Kerkeling singt die Zeile lauthals vor.)
HÖRZU: Dann gehen Sie über den roten Teppich.
Hape Kerkeling: Nein! Der Teppich wäre in den 70ern natürlich nicht rot, sondern quietschorange mit weißen Kreisen und grünen Pril-Blumen.
HÖRZU: Sie gehen also über diesen orangefarbenen Teppich: Auf wen würden Sie sich freuen? Und warum?
Hape Kerkeling: Auf Sophia Loren mit einem hochgesteckten Busen. Ich würde weinen vor Freude, ihr um den Hals fallen und Danke sagen für die wunderbaren Filme, die sie bereits in den 50ern gedreht hat und mit denen ich in den 60ern groß geworden bin. Zu späterer Stunde würden wir italienischen Rotwein trinken.
HÖRZU: Früher war vieles gut, aber nicht alles besser. Was wäre ein guter Grund, aus den 70ern ins Heute zurückzufliegen?
Hape Kerkeling: Welchen Grund gäbe es zurückzufliegen? Das frage ich mich auch gerade. Ich hätte ja dableiben können. Aber natürlich: Heute moderiere ich die GOLDENE KAMERA, das hätte ich in den 70ern nicht gekonnt. Außerdem fühle ich mich sehr wohl in meiner Haut, und es geht mir sehr gut. Das allein wäre schon ein Grund, wieder zurückzufliegen.
HÖRZU: Bietet das Fernsehen heute nicht viel mehr Möglichkeiten als in den 70ern?
Hape Kerkeling: Was damals möglich war, aber den meisten verschlossen blieb, waren teure, große Fernsehsendungen. Heute kommt eigentlich fast jeder ins Fernsehen. Dafür ist es insgesamt billiger geworden. DIE GOLDENEN KAMERA von HÖRZU ist die letzte große Bastion des guten, teuren Fernsehens.
HÖRZU: Worauf freuen Sie sich bei der 47. Verleihung der GOLDENEN KAMERA von HÖRZU ganz besonders?
Hape Kerkeling: Die GOLDENE KAMERA ist wie nur wenige andere Sendungen im deutschen Fernsehen immer für Überraschungen gut. Eines weiß man garantiert: An diesem Abend wird es große Emotionen geben. Wann es sie gibt, wie es sie gibt und warum es sie gibt, das weiß man vorher nicht. Und deswegen kann man alles noch so oft proben, es kommt dann doch alles anders, als man denkt.
HÖRZU: Was waren für Sie die Höhepunkte des vergangenen Fernsehjahres?
Hape Kerkeling: Für mich ist "The Voice of Germany" das Nonplusultra der Castingshows. Man hätte sich gewünscht, dass dieses Format als erste und einzige Castingshow auf den Markt gekommen wäre. Sie ist mit Abstand die beste ihres Genres. Allein dafür hat sich das Fernsehjahr schon gelohnt.
HÖRZU: Neu daran ist, dass die Kandidaten sich aussuchen, mit welchem prominenten Coach sie arbeiten wollen – nicht umgekehrt. Ist es das, was Sie begeistert?
Hape Kerkeling: Die Künstler, die dort auftreten, werden ernst genommen. Die Jury ist für mich die glaubwürdigste im deutschen Fernsehen. Ich nehme ihnen dieses leidenschaftliche Engagement ab. Nun muss man natürlich erst mal abwarten, ob aus den Kandidaten tatsächlich etwas werden kann.
HÖRZU: Gab es für Sie weitere Sternstunden im Fernsehprogramm?
Hape Kerkeling: 30 Jahre "Traumschiff". Und wer war dabei? Hallo, geht’s noch? Ich! Darüber habe ich mich sehr gefreut. Und dann mochte ich meine Dokureihe "Reise durch die Weltgeschichte" sehr gern. Aber lassen Sie mich nicht über mich sprechen!
HÖRZU: Warum nicht? Sie haben in diesem Jahr die Chance auf Ihre dritte GOLDENE KAMERA von HÖRZU. In der Leserwahl sind Sie neben Bülent Ceylan und Erwin Pelzig als "Bester Comedian" nominiert. Was sagen Sie über die Kollegen?
Hape Kerkeling: Beide großartig! Bülent Ceylan ist der neue große Stern am Comedian-Himmel. Ich schätze ihn wirklich sehr, ein ganz toller Comedian! Und Erwin Pelzig? Da finde ich schön, dass jemand so populär ist, der aus einer fast vergessenen Region kommt – nämlich aus Franken.
HÖRZU: Wer bringt Sie sonst noch zum Lachen?
Hape Kerkeling: Die allermeisten deutschen Kollegen. Da gibt es wirklich wenige, bei denen ich sage: Ach, du liebes bisschen! Ich finde, wir haben eine sehr reiche komödiantische Landschaft.
HÖRZU: Ist sie in den letzten Jahren möglicherweise sogar noch besser geworden?
Hape Kerkeling: Im Prinzip hat sich diese Landschaft erst jetzt von den schrecklichen Auswüchsen des Faschismus erholt. Das hat nach dem Krieg tatsächlich so lange gedauert, bis Deutschland mit anderen europäischen Ländern und Amerika wieder auf gleichem Niveau war. Das heißt, dass es erst seit Mitte der 90er-Jahre wieder eine reiche, üppige, sehr differenzierte Comedy-Szene gibt.
Autor: Mirja Rumpf
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