Die Leser haben ihn zum besten Comedian gewählt: Hape Kerkeling gewinnt eine GOLDENE KAMERA von HÖRZU. / Foto: © picture alliance/rtn - radio tele nord
Aller gute Dinge sind drei: Und so erhält Comedian Hape Kerkeling (47) nach 1991 und 2005 zum dritten Mal die GOLDENE KAMERA von HÖRZU. Kerkeling, der die Veranstaltung seit 2010 moderiert, wurde von den HÖRZU-Lesern zum besten Comedian gewählt. Auf Platz zwei und drei landeten seine Kollegen Bülent Ceylan ("Bülent Ceylan Show", RTL) und der bayerische Kabarettist Erwin Pelzig alias Frank-Markus Barwasser.
Traditionsgemäß überreichte HÖRZU-Chefredakteur Christian Hellmann den Leserpreis der GOLDENEN KAMERA - dieses Mal unterstützt von Kermit dem Frosch und Miss Piggy. Ein ganz besonderer Moment - selbst für den erfolgsverwöhnten Hape Kerkeling, der erst kürzlich ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut einen Korb gab, als der ihn als Thomas-Gottschalk-Nachfolger für "Wetten,dass ..?" vorschlug. Da hatte die HÖRZU-Redaktion mehr Glück: Nachdem Moderator Thomas Gottschalk 2008 zum letzten Mal die GOLDENE KAMERA von HÖRZU präsentierte, kam Hape Kerkeling, nach einem einjährigen Gastspiel von Frank Elstner, 2010 an Bord - und mit ihm gleich sein ganzes "Team".
Denn Hape Kerkeling ist nicht eine Person, sondern viele: zum Beispiel die niederländische Paarberaterin Evje van Dampen ("Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit!"), der schnappatmende stellvertretende Chefredakteur Horst Schlämmer ("Immer janz discht dran und knallhart nachjefracht") und die negativ eingestellte Versicherungskauffrau Gisela ("Nein, ich möchte das nicht."). Unvergessen bleiben auch seine Auftritte als Königin Beatrix und als polnischer Opernsänger, der seinen Gefühlen mit dem Ausruf "Hurz!" Ausdruck verleiht.
Richtig austoben konnte sich Comedian Hape Kerkeling im vergangenen Jahr bei der sechsteiligen Dokumentation ''Unterwegs in der Weltgeschichte'' im Rahmen der Sendereihe ''Terra X'' (ZDF). Unter anderem schlüpfte Hape Kerkeling in die Rollen von Königin Kleopatra, Erfinder Leonardo Da Vinci und Kriegsherr Napoleon Bonaparte. Gar nicht schlecht für jemanden, der bei seinem ersten Casting abgelehnt wurde: Als Zwölfjährige bewarb sich Hape Kerkeling vergeblich bei Loriot alias Vicco von Bülow für die Rolle des moppeligen Kindes Dicki in dem Sketch ''Weihnachten bei den Hoppenstedts''.
Seitdem erlebte Moderator und Comedian Hape Kerkeling einige Hochs und Tiefs. Manche seiner Formate (''Warmumsherz'', ''Zappenduster'') floppten, während andere (''Total Normal'', ''Darüber lacht die Welt'') große Erfolge wurden. Und es gelang Hape Kerkeling sogar, sein Pech in Glück zu verwandeln: Als der Comedian sich 2001 eine Auszeit nehmen musste, weil er einen Hörsturz hatte und ihm die Gallenblase entfernt worden war, pilgerte Hape Kerkeling zur Erholung 630 Kilometer auf dem spanischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Über seine Erlebnisse während der Reise schrieb er 2006 das Buch ''Ich bin dann mal weg'', das mehr als drei Millionen Mal verkauft wurde und dessen Titel sich zum gefügelten Wort entwickelte.
Was will so ein Mann noch erreichen? Vielleicht strebt Hape Kerkeling ja eine weitere Nachfolge von Thomas Gottschalk an. Der ist - zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Rudi Carrell - der erfolgreichste GOLDENE-KAMERA-Preisträger aller Zeiten mit insgesamt vier Auszeichnungen. Das könnte auch Hape Kerkeling schaffen. Sein Talent hat er unzählige Male bewiesen, und die Zuschauer lieben ihn, wie sie in der HÖRZU-Leserwahl gerade erst bekräftigt haben. Kann es für einen Entertainer ein schöneres Kompliment geben?
Autor: Jana Mareike von Bergner
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