Fotos: © Jörg Steinmetz
Tecumseh Spivet, kurz T.S., ist kein gewöhnlicher Zwölfjähriger. Mit seiner Schwester Gracie und den Eltern lebt er auf einer Ranch in Montana, wo er alles genau zählt, misst, berechnet und anschließend in Karten festhält - von dem Anteil verdorbener Maiskolben, über den steigenden Grundwasserspiegel bis hin zu einer Auflistung einer nervösen Handbewegung in allen Variationen.
Einmal hatte T.S. auch die Geräusche verschiedener Gewehrschüsse aufgezeichnet - zusammen mit seinem jüngeren Bruder Layton, der die Büchsen für ihn abfeuerte. Dabei kam es zu einem tödlichen Unfall. Seit diesem Tag wird über Layton nicht mehr gesprochen, trotzdem ist er allgegenwärtig. Und T.S. wird den Eindruck nicht los, dass sein Vater ihn, den exzentrischen Kartenzeichner, nicht halb so sehr vermissen würde wie den begeisterten Nachwuchsrancher Layton.
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Eines Tages wird T.S. von einem Mitarbeiter des Smithsonian in Washington angerufen: Für seine außergewöhnlichen Karten soll der Junge mit einem Preis des rennomierten Museums ausgezeichnet werden - nur dass dort keiner ahnt, wie alt "Mr. Spivet" in Wirklichkeit ist, denn bisher hat er seine Karten und Aufsätze stets per Post geschickt.
Eine Panikattacke später beschließt T.S., nach Washington zu reisen, Karriere als Wissenschaftler zu machen. Das Kofferpacken dauert zwar Stunden - T.S. kann sich nie entscheiden, was er zurücklassen soll - doch dann geht alles sehr schnell. T.S. präpariert einen Bahnübergang, damit der nächste Güterzug halten muss, und beginnt das Abenteuer seines Lebens...
Fazit: Dem erst 28-jährigen US-Autor Reif Larsen ist mit seinem ersten Roman, den er während seines Studiums schrieb, gleich der Durchbruch gelungen: Die Lizenzen für "Die Karte meiner Träume" wurden in mehr als 30 Länder verkauft. Der besondere Reiz des Buchs besteht zum einem in dem abwechselnd genialen, kindlich naiven oder ziemlich altklugen Protagonisten. Zum anderen sticht das Buch optisch durch zahlreiche Zeichnungen und Randbemerkungen von T. Spivet hervor, die den Inhalt mal kommentieren und mal ergänzen. Ein Buch zum Träumen.
Reif Larsen: "Die Karte meiner Träume", S. Fischer, 460 Seiten, 22.95 Euro
Autor: Jana Mareike von Bergner; Foto: © Jörg Steinmetz
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