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Buch
Miriam Collée: "In China essen sie den Mond"

Buchrezension

Miriam Collée: "In China essen sie den Mond"

  • Artikel vom 26. November 2009

"Can not." Diesen Satz hat die Hamburger Journalistin Miriam Collée (35) fürchten gelernt, seit sie vor mehr als einem Jahr mit ihrem Mann Frank und ihrer damals dreijährigen Tochter Amélie nach Shanghai gezogen ist. Was man in der Metropole am meisten braucht, sind Geduld und gute Nerven. Mal kleckern die Maler beim Streichen die Bettwäsche voll, mal läuft die undichte Toilette aus. Und im Kaufhaus kann die gerade erworbene Zahnbürste nicht ausgehändigt werden, weil die speziell für Zahnbürsten zuständige Verkäuferin endlos telefoniert.

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Wut bringt einen in China nicht weiter, dadurch verliert man höchstens sein Gesicht. Also beißt Miriam Collée die Zähne zusammen, paukt chinesische Vokabeln, lässt sich gegen die Nebenwirkungen des gelben Smogs akupunktieren und probiert den sogar bei Chinesen verhassten Mondkuchen, der zum alljährlichen Mondfest verschenkt wird.

Nach und nach erliegt die Familie dem Charme eines Landes, in dem selbst alte Menschen auf der Straße tanzen, kleine und große Katastrophen gelassen hingenommen werden und es für alles eine pragmatische Lösung gibt - selbst wenn die nur aus einem Streifen Klebeband besteht.

Fazit: Aus westlicher - und manchmal etwas verwöhnter - Perspektive schildert die Autorin ihr erstes Jahr in Shanghai. Während in den Anfangsmonaten Frust und Verzweiflung überwiegen, weil nichts den westliche Standards entspricht, lässt sich Miriam Collée später stärker auf das Land und seine Bewohner ein. Mit ihr erlebt auch der Leser ein Wechselbad der Gefühle: von der Erleichterung, selbst nicht in China zu sein, bis hin zur heimlichen Sehnsucht, Shanghai doch einmal zu besuchen.

Miriam Collée: "In China essen sie den Mond", Gustav Kiepenheuer Verlag, 267 Seiten, 16,95 Euro

Autor: Jana Mareike von Bergner; Foto: Gustav Kiepenheuer Verlag

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