Die kanadische Lyrikerin Margaret Atwood entwirft in poetischer Sprache eine düstere Zukunftsvision: Während die Menschheit von den Großkonzernen regiert und die Umwelt vollends vernichtet wird, pflanzt eine Gruppe Öko-Rebellen auf den Dächern Gemüse an, singt Lieder über die Schönheit der Schöpfung und verzichtet völlig auf Fleisch. Die Menschen, die sich selbst als "Gottesgärtner" bezeichnen, sind überzeugt, dass wegen der Sünden der Menschheit eine zweite Sintflut bevorsteht.
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Tatsächlich sollen die Gottesgärtner recht behalten. Eine schreckliche Seuche rafft immer mehr Menschen hinweg. Zu den wenigen Überlebenden gehört die junge Tänzerin Ren, die als Kind bei den Gärtnern aufwuchs, dann aber mit ihrer Mutter in die Welt der Konzerne zurückkehrte. Ren bangt um ihre beste Freundin Amanda und kann gleichzeitig ihre erste Liebe Jimmy nicht vergessen, obwohl der sie einst abserviert hat.
Auch Gottesgärtnerin Toby hat die Seuche überlebt. Sie musste die Gemeinschaft schon vor Jahren verlassen und sich in einem Wellnesstempel verstecken, weil Blanco, ein brutaler Krimineller aus ihrer Vergangenheit, wieder aufgetaucht war. Einst war Toby Blanco davongelaufen; seitdem fürchtet sie seine Rache. Und noch immer weiß sie nicht, ob sie Blanco endgülitg los ist oder ob er zu den Überlebenden zählt.
Fazit: Aus den Perspektiven ihrer beiden Protagonistinnen schildert Margaret Atwood in Rückblenden die Geschichte einer Gruppe mutiger Individualisten, die sich von dem zum Schreckgespenst mutierten Forschritt ab- und der Natur zuwenden. Ganz bewusst nennen sich die Männer und Frauen der Gemeinschaft "Adams" und "Evas". Mit Liebe zum Detail hat die Autorin für ihre Figuren eigene Feiertage, eigene Heilige und sogar eigene Lieder entworfen, deren Texte in voller Länge abgedruckt sind. Ein Buch, das nachdenklich stimmt.
Margaret Atwood: "Das Jahr der Flut", Berlin Verlag, 480 Seiten, 22 Euro
Autor: Jana Mareike von Bergner; Foto: Berlin Verlag
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