David Safier: 'Plötzlich Shakespeare', Cover © David Safier: 'Plötzlich Shakespeare'
Keiner schreibt so skurill und verrückt wie Drehbuchautor David Safier ("Berlin, Berlin"), der mit "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" bereits zwei Bestseller landete. Nach den Geschichten über eine Fernsehmoderatorin, die wegen ihres schlechten Karmas als Ameise wiedergeboren wird, und der Romanze zwischen Jesus und der von Männern enttäuschten Marie hat David Safier nun das Leben Shakespeares ganz neu interpretiert.
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Verzweifelt versucht die frustrierte Rosa, das Herz ihrer großen Liebe Jan zurückzugewinnen. Stets hatte sie, die pummelige Lehrerin, sich dem Zahnarzt aus gutem Hause unterlegen gefühlt und dann - aus lauter Minderwertigkeitskomplexen - den Sportlehrer geküsst. Leider hat Jan die peinliche Aktion gesehen, Rosa verlassen und sich seiner Jugendfreundin Olivia zugewandt. Nun werden die beiden sogar heiraten.
Weil auch Rosas Besuch in der Zahnarztpraxis - nachdem sie sich mit Kumpel Holgi bereits reichlich Mut angetrunken hat - Jan nicht umstimmen kann, lässt Rosa sich auf ein riskantes Experiment ein: Der Hynotiseur Prospero soll sie mental in ein früheres Leben zurückversetzen und ihr durch diese Reise in die Vergangenheit helfen, die Probleme der Gegenwart zu lösen. Rosa muss laut Prospero so lange in ihrem früheren Ich bleiben, bis sie erkannt hat, was die wahre Liebe ist. Einen Haken hat die Sache allerdings, räumt der Hypnotiseur ein: Sollte sie in ihren Träumen sterben, wird sie auch in der Realität nicht wieder aufwachen. Bevor die geschockte Rosa die Flucht ergreifen kann, hat das Pendel sie schon eingeschläfert.
Rosas Erwachen ist alles andere als friedlich. Sie steckt im Körper eines ungewaschenen Mannes, der sich gerade duelliert - mit Admiral Francis Drake. Als wäre das nicht schon schlimm genug, muss Rosa erkennen, dass der Körper nicht gänzlich verlassen ist. Darin steckt noch ihr früheres Ich: der Geist von William Shakespeare. Der Dichter reagiert auf Rosas Anwesenheit nicht gerade erfreut.
Die beiden überleben Drakes Angriff mit knapper Not, weil Sir Francis Walsingham dazwischengeht. Der Chef des britischen Geheimdienstes bringt Rosa zu Königin Elisabeth I., die Shakespeare einen ganz besonderen Auftrag erteilt: Er soll dem liebeskranken Earl of Essex dabei helfen, das Herz der Gräfin Maria zu gewinnen, damit er endlich mit vollem Einsatz gegen die rebellierenden Iren in den Kampf ziehen kann.Dabei gibt es leider einige gravierende Probleme: Erstens trauert Maria um ihren Bruder und will sieben Jahre keinen Mann sehen. Zweitens erinnert der Earl Rosa so stark an Jan, dass sie in seiner Gegenwart sofort Herzklopfen bekommt. Und drittens streiten Rosa und Shakespeares Seele sich fast unentwegt so wie ein altes Ehepaar...
Fazit: Historisch höchst unkorrekt, aber urkomisch, hat der neue David-Safier-Roman wieder Bestseller-Potenzial. Eine total verrückte Liebesgeschichte zum Totlachen!
David Safier: "Plötzlich Shakespeare", c, 320 Seiten, 17.95 Euro
Autor: Jana Mareike von Bergner
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