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Ein Kernbeißer am Weidenkörbchen: In diesem Behältnis tropft Regenwasser ab.
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Buchtipp - Richard Schöne: ''Am Futterhaus'' - Ein Kernbeißer am Weidenkörbchen: In diesem Behältnis tropft Regenwasser schnell wieder ab. / Fotos: © Richard Schöne

Vögel erleben im Jahresverlauf

Buchtipp - Richard Schöne: ''Am Futterhaus''

  • Artikel vom 20. November 2012

Hintergrund:

Soll man oder soll man nicht? Immer wieder streiten sich Experten, ob eine Vogelfütterung - auch außerhalb der kalten Jahreszeit - sinnvoll ist. In seinem neuen Buch ''Am Futterhaus - Vögel erleben im Jahresverlauf'' liefert der Journalist und leidenschaftliche Vogelbeobachter Richard Schöne jedenfalls zahlreiche gute Gründe für einen ganzjährigen Futterplatz. Die zuverlässige Nahrungsquelle hilft nicht nur Vögeln bei der Aufzucht und der Mauser, sondern ermöglicht dem Naturfreund auch unbezahlbare Momente, in denen er die scheuen Tiere hautnah erleben kann. Ein guter Beleg dafür sind die eindrucksvollen Vogel-Aufnahmen aus dem Buch, die - bis auf wenige Ausnahmen - alle vom Autor selbst stammen.

Inhalt:

Wer Vögel füttern möchte, sollte dabei einiges beachten. So ist es wichtig, dass Katzen die Futterstelle nicht erreichen und die Nahrung vor Regen gut geschützt ist. Doch nicht jeder Vogel traut sich in ein enges Futterhaus. Manche Arten bevorzugen Futterautomaten, Futtertische, Säckchen mit Fettfutter oder auf dem Boden ausgestreute Nahrung. Zudem haben Vögel einen unterschiedlichen Geschmack, der sogar noch im Laufe des Jahres variieren kann. Während viele Meisen sich über Sonnenblumenkerne freuen, braucht die Wacholderdrossel Äpfel und Beeren, die Amsel Haferflocken und der Buntspecht Fettfutter. Am liebsten frisst der Specht aus Ritzen in der Baumrinde, die eigens für ihn gefüllt wurden.

Um den gefiederten Besuchern die jeweils passende Nahrung anzubieten, ist es wichtig, das Futterhaus genau zu beobachten. Richard Schöne stellt die häufigsten Vögel, aber auch einige Exoten, mit ihren jeweiligen Bedürfnissen vor. Alle Vögel freuen sich neben Futter auch über Wasser - oder im Winter kleine Eisbröckchen - zum Trinken und manchmal auch zum Baden. Einige Arten bevorzugen hingegen Sandbäder.

Nicht immer ist es notwendig, einen Futterplatz extra einzurichten. Manchmal genügt es schon, natürliche Futterstellen im eigenen Garten zu schaffen. So überwintern im Komposthaufen Spinnen und Insekten, die Zaunkönigen und Rotkelchen als Nahrung dienen. Spechte ernähren sich von Käfern, die in abgestorbenen Ästen oder in Holzstapeln leben. Und wer das abgefallene Laub auf Beeten und Rasen liegenlässt, füttert ganz automatisch die Amseln mit Regenwürmern. Falls jemand noch mehr für seine Vögel tun möchte, kann er gezielt Wildsträucher anpflanzen.

Für ihren Einsatz am Futterhaus werden Vogelfreunde mit zahlreichen Naturschauspielen belohnt, die man sonst selten so aus der Nähe beobachten kann. Richard Schöne erläutert, was sich am Futterhaus alles abspielt - von der Jungtieraufzucht über Kämpfe zwischen Futterkonkurrenten bis hin zum Wandel des Federkleids im Jahresverlauf.

Fazit:

''Am Futterhaus'' ist eine lehrreiche und zugleich unterhaltsame Einführung in die heimische Vogelkunde mit wunderschönen Aufnahmen.

Richard Schöne: ''Am Futterhaus - Vögel erleben im Jahresverlauf'', Haupt Verlag,160 Seiten, über 200 Farbfotos, 19.90 Euro

Am Futterhaus

Cover: © Haupt Verlag

Autor: Jana Mareike von Bergner

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