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Starkoch Christian Rach.

Als Restauranttester startet Starkoch und GOLDENE-KAMERA-Preisträger Christian Rach nun schon in die siebte Staffel. - Foto © picture alliance / Eventpress/Sc

Kochtrends 2013

TV-Koch Christian Rach im Interview

  • Artikel vom 07. Januar 2013

Als "der Restauranttester" hilft er nun wieder Gastronomen in Not (siehe TV-Tipp rechts). Doch bei Starkoch Christian Rach (55) köcheln noch einige weitere Projekte auf dem Ideenherd. Im Interview verrät er exklusiv seine Pläne für 2013 – und welche Kochtrends uns erwarten.

HÖRZU: Als Restauranttester starten Sie nun schon in die siebte Staffel.

Christian Rach: Und das wird absolut nicht langweilig. Wir haben sehr spannende Fälle dabei. Ich hoffe, bei allen klappt es.

HÖRZU: Worauf legen die Menschen heute bei Restaurantbesuchen, aber auch in der eigenen Küche besonderen Wert?

Christian Rach: Sie wollen wissen, wo die Produkte herkommen. Hofläden in Stadtnähe oder auf dem Land brummen wie verrückt. Wohingegen viele Supermärkte mit anonymen Produkten extreme Probleme haben. Wenn ich weiß, wo das Rind oder der Kohl herkommt, fühle ich mich gut. Diesen Trend hat jetzt auch die Gastronomie aufgegriffen.


Kochtrends 2013 - Für ein köstliches neues Jahr!

1. Gemüseklassiker
Gemüsesorten wie Steckrüben waren lange verpönt. Rach: "Sehr schmackhaft sind sie mit Curry gebraten, als Suppe mit Speck oder als Mus, ganz orientalisch mit Kreuzkümmel."
2. Weniger Fleisch
Wir wollen wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Rach: "Ein gutes Stück Fleisch vom Biohof darf mehr kosten, dafür essen wir es nicht so oft. Wir kaufen noch mehr auf dem Markt ein."
3. Resteessen
Schluss mit dem Lebensmittelmüll! Altes Brot, Kartoffeln und Nudeln vom Vortag lassen sich wunderbar verwerten: zu Armen Rittern, Bauernfrühstück oder Nudelauflauf.


HÖRZU: Wie wirkt sich das auf die Küche aus?

Christian Rach: Der Trend heißt nicht "Zurück zur alten Deftigkeit", sondern "Hin zu neuer Leichtigkeit". Regionale Lebensmittel können beispielsweise auch mal exotisch zubereitet sein.

HÖRZU: Kochen die Menschen mehr als früher?

Christian Rach: In meinem Freundeskreis zumindest wird viel gekocht. Und das tun auch viele andere. Wir haben immer weniger Zeit. Deshalb müssen wir uns zum Essen verabreden. In Restaurants oder zum Kochen. Mit der Familie oder mit Freunden. Das ist dann auch immer eine schöne Gelegenheit für Gespräche.

HÖRZU: Massentierhaltung, Lebensmittelskandale – viele Menschen sind verunsichert. Was raten Sie im Umgang mit Fleisch?

Christian Rach: Ich liebe Fleisch. Aber auch hier gilt: lieber nur zweimal in der Woche und dafür ein hochwertiges Produkt, bei dem man Herkunft und Qualität kennt.

HÖRZU: Sie präsentieren gemeinsam mit der Bundesregierung ein Programm für Smartphones. Sein Motto: "Zu gut für die Tonne". Was bietet es?

Christian Rach: Die Bundesregierung hat zum ersten Mal zugegeben, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nur eine Richtlinie ist – und nicht die Aufforderung zum Wegwerfen. Das ist wirklich großartig. Wir wollen helfen, Lebensmittelmüll zu vermeiden. Wir geben Tipps zum Einkaufen, aber auch für sinnvolle Resteverwertung.

HÖRZU: Essen Sie Lebensmittel, bei denen das Datum bereits überschritten ist?

Christian Rach: Selbstverständlich. Da vertraue ich ganz auf meine Sinne, ich werfe nichts einfach weg.

HÖRZU: Und wie verwerten Sie Reste?

Christian Rach: Das meiste, was in Deutschland weggeworfen wird, ist Brot. Ich mache aus altbackenem Brot zum Beispiel Arme Ritter. Entweder die süße Variante, bei der Brot mit Milch und Ei getränkt wird. Dann brät man es und isst es mit Zimt und Zucker oder Apfelmus. Oder die herzhafte Variante: Das Brot badet im Aufweichwasser getrockneter Pilze, dazu kommen etwas Ei und Sahne. Da haben Sie das Gefühl, den ganzen Wald zu schmecken.

HÖRZU: Im Frühjahr startet Ihre neue Sendung "Rach deckt auf". Was erwartet uns?

Christian Rach: Wir widmen uns unterschiedlichen Themen. Zum Beispiel der Verpflegung in der Schule und wie man sie verbessern könnte. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern immer unter Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten, etwa der Finanzen. Oder wir untersuchen mithilfe eines Labors, was in Lebensmitteln aus dem Supermarkt wirklich enthalten ist – und was draufsteht.

HÖRZU: Was ist Ihr Wunsch für 2013?

Christian Rach: Ich möchte mich ausgewogener ernähren. Ohne Verzicht üben zu müssen, ohne von dem einen oder anderen zu viel zu bekommen. Nicht jeden Tag Fleisch, nicht jeden Tag Wurst, aber viel Gemüse! Dann kann der Sommer kommen.

HÖRZU: Leben Sie nicht ohnehin schon so?

Christian Rach: Ja, meistens schon. Aber auch ich habe Schwächen. Bei manchen Süßigkeiten kann ich nicht widerstehen, selbst wenn ich es mir vornehme.

HÖRZU: Vielen Dank, Christian Rach, für das Interview.

Autor: Nicole Stroschein

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