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Sehnsucht Mongolei - mit Markus Lanz.
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Das schöne Wetter täuscht: In der Mongolei sah sich Markus Lanz Temperaturen von bis zu 30 Grad unter Null ausgesetzt. - Foto © ZDF / Sarah Fischer

Im TV: 20.12., 22:15 Uhr, ZDF

Sehnsucht Mongolei - mit Markus Lanz

  • Artikel vom 20. Dezember 2012

Der viel beschäftigte "Wetten, dass...?"-Moderator Markus Lanz realisierte bereits seine dritte Dokumentation. Nach einer Extremtour durchs ewige Eis 2010 / 2011 und dem Film "Indiens ungewollte Töchter", der Ende November lief, folgt Markus Lanz nun im ZDF der "Sehnsucht Mongolei" in eine der entlegensten Regionen der Welt.

Durch die Steppe führt keine Straße. Hier gibt es nur karge Landschaft und weiten Himmel. Ausgerechnet diese archaische Welt der Mongolei suchte sich ZDF-Moderator Markus Lanz für seine neue Expedition aus (siehe TV-Tipp rechts).

Mit einem alten russischen Kleinbus fuhr er oft stundenlang durch die Einsamkeit – 7000 Kilometer von der Heimat entfernt. Es wurde ein entbehrungsreicher Trip voller Abenteuer. Auf minus 30 Grad Celsius sinken im Winter die Temperaturen. Sogar im Sommer bleibt es kalt. Die Mongolei, jenes riesige Land zwischen Russland und China, ist fünfmal größer als Deutschland und hat doch weniger Einwohner als Berlin. Hier ziehen die letzten großen Nomadenvölker durch die Weite, ihren Herden hinterher. "Wir wollten Menschen treffen, die seit Jahrtausenden im Einklang mit der Natur leben", erklärt Markus Lanz. "Kann uns ihre Art zu leben heute noch etwas sagen?"

Für diese Erfahrung war ihm keine Strapaze zu groß, keine "Steppenprüfung" zu herausfordernd. Markus Lanz wagte ein Wettreiten mit Nomadenkindern, trug einen zur Jagd abgerichteten Steinadler auf seiner Hand, trank das für unsere Gaumen gewöhnungsbedürftige Nationalgetränk Airag – vergorene, alkoholhaltige Stutenmilch. "Damit scheinen die mongolischen Steppenvölker den Mangel an Obst und Gemüse auszugleichen", erklärt der ZDF-Moderator.

Nachhaltigen Eindruck hinterließen bei ihm auch die kleinen, zähen Pferde. "Irgendwann warf mich ein Gaul in hohem Bogen ab und brach aus. Ich habe ihm das aber nie übel genommen, denn ich bin ein lausiger Reiter. Es hat Wochen gedauert, bis der Bluterguss an meinem Hintern verschwunden war. Das Ding schillerte in allen Farben."

Hart, aber herzlich

Wer in der Mongolei eine grandiose Tierwelt erwartet, wird enttäuscht. Hier wächst zu wenig. Nur die Zähesten haben sich an die harten Bedingungen angepasst. Die Menschen halten vor allem Schafe, Ziegen und Pferde, aber auch Rinder und Kamele. In der Luft kreisen Adler, zwischen den Felsen suchen Füchse Deckung. Ihr Fell ist bei den Nomaden im wahrsten Sinn des Wortes heiß begehrt: Es schützt gegen die Kälte des Winters. Deshalb ist auch die mongolische Küche vor allem eines: fett.

Als Markus Lanz mehrere Nächte bei den kasachischen Adlerjägern im Altai-Gebirge verbrachte, spürte er das am eigenen Leib: "Wir haben zusammen gekochten Schafskopf gegessen, Augen, Zunge, alles inklusive, und am Ende haben wir mit einer größeren Menge Wodka nachgespült." Damit die jungen Herdentiere nicht erfrieren, leben sie mit im Winterquartier – Zicklein im Zimmer.

Während der eisigen Monate verlassen die Nomaden ihre Jurten, jene traditionellen Rundzelte, und ziehen in einfache Hütten um. "Draußen herrschten minus 25 Grad Celsius. Als das Feuer ausging, wurde es auch drinnen erbärmlich kalt", erinnert sich Lanz. "Deshalb wurden die ganz kleinen Kinder verteilt: Jedes kroch zu einem Erwachsenen unter die Decke. So passt die ältere Generation immer auf die jüngere auf. Ich habe selten so viel Geborgenheit gesehen. Die Herzlichkeit dieser Menschen, vor allem die Art und Weise, wie sie mit ihren Kindern umgehen, hat mich tief berührt."

So karg die mongolische Steppe auch wirken mag, ihre Bewohner beeindrucken mit Lebensfreude. Das zeigt sich auch beim Naadam, dem traditionellen Nationalfest. Einmal im Jahr treffen sich die Menschen zu diesem bunten Spektakel. Soldaten in der Kriegertracht des Mongolenherrschers Dschingis Khan, buddhistische Mönche, Athleten – sie alle prägen das Bild vor allem in der Hauptstadt Ulan-Bator.

Im Mittelpunkt steht der sportliche Wettstreit: Ringkampf, Bogenschießen und Pferderennen. Die Olympischen Spiele der Nomaden! Markus Lanz fieberte mit, als die Kinder seiner Gastfamilie beim Pferderennen in Karakorum, der ehemaligen Hauptstadt Dschingis Khans, starteten. 15 Kilometer im Dauergalopp über die Steppe! Um Gewicht zu sparen, verzichten manche jungen Reiter sogar auf Sattel und Schuhe.

Für Erholungsurlaub ist die Mongolei kein ideales Ziel, aber die Eindrücke bleiben unvergesslich. "Ich habe Menschen kennengelernt, die noch so leben wie ihre Vorfahren. Das ist ein hartes, raues Leben, und trotzdem wirken sie zufrieden", sagt Markus Lanz. "Sie lassen sich nicht so schnell ablenken wie wir, sondern konzentrieren sich auf das, was wirklich zählt. Ein mongolischer Mönch sagte mir: 'Du bist nicht einmal in der Lage, zehn Sekunden lang nur an einen roten Apfel zu denken. Euer Problem ist: Ihr habt viel zu viele Gedanken im Kopf.'" Wer einmal die Weite der Landschaft und den ganz anderen Umgang mit Zeit erlebt hat, sieht auch unsere Welt mit anderen Augen.


Auf den Spuren von Dschingis Khan

Die Mongolei ist ein Reiseziel für alle, die Abenteuer und Einsamkeit lieben.

Das Land: Die Mongolei ist mit ihren 1,56 Millionen Quadratkilometern Fläche der zweitgrößte Binnenstaat der Welt. Einwohnerzahl: nur rund 3 Millionen. Rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung lebt in der Hauptstadt Ulan-Bator.
Das Klima: Trocken, in weiten Teilen wüstenartig. Typisch sind die extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie den Jahreszeiten.
Die Einreise: Notwendig sind Reisepass und Visum. Gezahlt werden kann in der Mongolei nur mit der einheimischen Währung.
Die Angebote: Spezialveranstalter offerieren meist Rundreisen. Etwa: "Auf den Spuren Dschingis Khans", 15 Tage, DZ /Jurte, Verpflegung, Flug ab 3959 Euro (Marco Polo Reisen). Oder: "Mongolei – Winterfestival der Nomaden", 15 Tage, DZ /Jurte, Verpflegung, Flug ab 3795 Euro (Studiosus Reisen).

Autor: Kai Riedemann

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