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Comedian Bastian Pastewka in der ZDF-Komödie ''Mutter muss weg''
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Comedian Bastian Pastewka in der ZDF-Komödie ''Mutter muss weg'' / Foto: © ZDF und Julia Terjung

Der Comedian im Gespräch mit HÖRZU

''Mutter muss weg'': das Interview mit Bastian Pastewka

  • Artikel vom 18. Oktober 2012

Nichts als Ärger mit der Alten! In der neuen TV-Komödie ''Mutter muss weg'' macht Mama Hannelore (Judy Winter) dem 39-jährigen Tristan (Bastian Pastewka) das Leben zur Hölle: Der verwöhnte Sohnemann baut am liebsten Puppenhäuser, während die ehemalige Erotik-Aktrice alles hat, was ihm fehlt: Erfolg, ein Liebesleben und Millionen auf dem Konto. Als sie Tristan den Geldhahn zudreht, beschließt er, Mama aus dem Weg zu räumen, und engagiert einen Killer. Doch alles kommt anders als gedacht. Im Interview mit HÖRZU verrät Pastewka, wie dieser schräge Film entstand, welches seine liebsten Filmmütter waren und was er derzeit vom TV hält.

HÖRZU: Welche persönlichen Traumata werden in diesem Film verarbeitet?

Bastian Pastewka: Das Drehbuch kommt von Marc Terjung, der ja auch die Serie "Danni Lowinski" verantwortet. Ich selbst habe überhaupt keinen Einfluss auf die Handlung genommen. Das Einzige, was ich mir erbeten habe, ist der Titel des Erotikfilms, den Tristans Mutter Hannelore in den 70er-Jahren gedreht hat: "Wenn die Höschen tief im Heu verschwinden".

HÖRZU: Wie ist eigentlich Ihre Mutter?

Bastian Pastewka: Sehr nett und eine ehrliche und anständige Kritikerin meiner Werke. Den Filmtitel "Mutter muss weg" fand sie allerdings blöd.

HÖRZU: An welche Film- und Fernsehmütter erinnern Sie sich ganz besonders gern?

Bastian Pastewka: An Katharina Brauren aus Loriots Film "Ödipussi". Sie ist die Erste, die mir auf diese Frage einfällt, aber diese Figur war noch ein paar Jahre älter als unsere Filmmutter Hannelore. Besonders toll fand ich immer auch die erst im vergangenen Jahr verstorbene Witta Pohl als Vera Drombusch. Sie trug so viel Leid in sich. Dass Mutter Drombusch nur gespielt war, konnte ich kaum glauben.

HÖRZU: An welchem Punkt Ihres Lebens haben Sie Ihre Liebe zum Fernsehen entdeckt?

Bastian Pastewka: Als Siebenjähriger bei "Stan und Ollie". Als Ende der 70er-Jahre die klassischen Filme im ZDF-Vorabend gesendet wurden, habe ich allerdings noch nicht verstanden, dass die beiden Komiker gar nicht mehr lebten.

HÖRZU: Ist Ihre Liebe zum TV noch ungetrübt?

Bastian Pastewka: Ich habe auf meiner Website eine Kolumne, in der ich täglich einen TV-Tipp gebe. Jeder zweite Satz beginnt dort mit der traurigen Frage: "Warum wird dieser tolle Film schon wieder im Nachtprogramm versteckt?"

HÖRZU: Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Bastian Pastewka: Nehmen wir nur mal den Film "Der Vorleser" – ein mit dem Oscar ausgezeichneter Kinofilm mit Kate Winslet und David Kross. Für mich ist es unverständlich, wie der Hessische Rundfunk diesen großartigen Film nachts um 0.20 Uhr versenden konnte. Das ist auch der Grund dafür, warum ich mittlerweile vom laufenden TV-Programm immer weiter Abstand nehme und mir stattdessen zwischendurch eine DVD anschaue.

HÖRZU: Aber wenn Sie mal fernsehen: Welcher Kanal ist Ihr Lieblingssender?

Bastian Pastewka: Derzeit Tele 5. Da läuft seit Neuestem die Science-Fiction-Serie "Deep Space Nine", außerdem "Raumschiff Enterprise" und "Akte X" – bald auch "Kalkofes Mattscheibe".

HÖRZU: Wie wichtig sind Einschaltquoten?

Bastian Pastewka: Wichtig! Ich weiß, dass ich danach beurteilt werde. Und wenn ich selbst lese, etwas sei nicht gut gelaufen, denke ich sofort: "Das kann nicht gut gewesen sein." Manchmal ist es wirklich so, dass Formate, die mit Missachtung gestraft werden, nicht gut sind. Ich gebe denen immer zwei, drei Chancen, höre dann aber auch auf einzuschalten und schließe mich dem Chor der Leute an, die sagen: "Das wird bestimmt nicht fortgesetzt, weil’s keiner guckt." Vielleicht wird es auch nicht fortgesetzt, weil es schlecht war. Oder falsch programmiert. Oder weil es keiner verstanden hat.

HÖRZU: Vielen Dank, Bastian Pastewka, für das Interview.


Sendehinweis: ''Mutter muss weg''

Bastian Pastewka setzt einen Killer auf die übermächtige Mama an
DO, 18.10., ZDF, 20.15 Uhr

Autor: Mike Powelz

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