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Die alte Violet (Maggie Smith) mischt sich immer noch in alles ein.
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''Downton Abbey'': Die alte Violet (Maggie Smith) mischt sich immer noch in alles ein. / Foto: © ZDF und Nick Briggs

Das Serien-Highlight zu Weihnachten

BBC-Serie ''Downton Abbey'' im ZDF

  • Artikel vom 22. Dezember 2012

Eine Schreckensnachricht erschüttert den Landsitz Downton Abbey in Yorkshire: Die "Titanic" ist gesunken – und mit ihr zwei Erben der Familie. Da Hausherr Robert, Graf von Grantham, nur drei Töchter hat, rückt ein entfernter Verwandter in der Erbfolge nach oben: Matthew Crawley, ein Anwalt, der mit einem Herrenhaus voller Bediensteter nichts anzufangen weiß.

Die Adelsfamilie wähnt sich dem Untergang nahe – zumal auch das Vermögen der Gräfin per Ehevertrag an den Landsitz gebunden ist und Tochter Mary, die das Schicksal durch eine Heirat mit Matthew abwenden könnte, kein Auge für einen Bürgerlichen hat.

Selbst beim Personal brodelt es, nicht zuletzt wegen des intriganten Dieners Thomas. Aber wehe dem, der sich in der Gesindeküche das Maul zerreißt – man weiß nie, ob nicht die Gräfin plötzlich in der Tür steht.

Ein ehrenwertes Haus

Willkommen auf Downton Abbey, einem altehrwürdigen Landsitz im Jahre 1912. In gemächlichem, fast altmodischem Erzähltempo liefert die Serie eine schillernde Milieustudie mit exzellenten Darstellern – in bester Tradition von "Das Haus am Eaton Place". Sie beweist: Geschichten über das Aufeinanderprallen von Klassenunterschieden haben nichts an Attraktivität verloren.

Keiner weiß das besser als Serienschöpfer Julian Fellowes, der schon 2002 für den Kinofilm "Gosford Park" von Robert Altman sozialen Brennstoff auf einem noblen Landsitz thematisierte. Den Erfolg solcher Geschichten erklärt sich Fellowes so: "Es gibt uns ein Gefühl von Sicherheit, eine Welt zu sehen, die geordneter ist als heute: Jeder kennt seinen Platz in der Gesellschaft, jeder weiß, was er zu tun, wie er sich zu kleiden hat. Der Bonus einer TV-Serie ist: Man kann diese Welt genießen, ohne sie selbst leben zu müssen", so der 63-Jährige im Gespräch mit HÖRZU. "Wir können also im Stil von ,Downton Abbey‘ schwelgen, ohne selbst um vier Uhr morgens aufstehen zu müssen, um den Küchenboden zu schrubben."

Keiner der Schauspieler lehnte ab, als das Angebot für ''Downton Abbey'' kam – auch nicht Oscar-Gewinnerin Maggie Smith aus den "Harry Potter"-Filmen, die hier als standesbewusste Mutter des Grafen von Grantham mit spitzer Zunge und geschickten Winkelzügen gegen den neuen Erben vorgeht. Ihrer Schwiegertochter amerikanischer Herkunft begegnet sie mit ebenso viel Argwohn wie der Einführung des Telefons im Hause. "Maggie Smiths Figur ähnelt sehr meiner Tante Ivy, die den gleichen scharfen Humor hatte", verrät Serienerfinder Fellowes.

Auch die Ausstattung überzeugt: Gedreht wurde auf dem 400-Hektar-Anwesen Highclere Castle in Hampshire südwestlich von London. Nur der Gesindetrakt wurde im Studio nachgebaut. Die Serie ist in ihrem Heimatland ein Publikumsliebling und geht dort nun schon in die vierte Staffel. Sicher wird auch das deutsche Publikum "very amused" sein.


Sendehinweis: ''Downtown Abbey''

Start der britischen Erfolgsserie über die englische Adelsfamilie Crawley
SO, 23.12., ZDF, 17.05 Uhr

Autor: Dirk Oetjen / Anke HOfmann

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