TV-Serie Lindenstraße

Hörzu TV-Serie „Lindenstraße“

Die „Lindenstraße", der sozialliberale Dauerbrenner, feiert 2015 den dreißigsten Geburtstag. Geboren in einer Ära, in der das Privatfernsehen in Deutschland in den allerfrühesten Anfängen steckte, entwickelte sich der sonntägliche Pflichttermin zu einem Lexikon deutscher Themen und Befindlichkeiten. In den drei Erzählsträngen, die die 30 Minuten einer Folge füllen, finden sich alle gesellschaftlichen Aufreger von Aids bis Fremdenfeindlichkeit.

Wir leben alle in der Lindenstraße

In der Münchner Lindenstraße 3 (gedreht wird in Köln) wohnen circa 80 Millionen Bundesbürger. Die Schicksale der Familien Beimer, Kling, Sarikakis, Griese bilden einen Alltag ab, der der Wirklichkeit abgelauscht ist. Das war dem Produzenten Hans W. Geißendörfer stets ein Herzensanliegen: eine deutsche Serie, die nicht im Wolkenkuckucksheim und nicht im Studio spielte, sondern mitten im Leben. Das hat er geschafft, die „Lindenstraße“ verzichtete auf dramaturgische und inszenatorische Sperenzchen und kam stets sofort zur Sache. Ein Ensemble, das überschaubar begann und sich zu einer Großfamilie aufblähte, spielte sich solide und diszipliniert durch Beziehungen, Karrieren, Kinderglück, ohne darüber die Schattenseiten zu verleugnen. Krankheit, Arbeitslosigkeit, Schulden, Trennung, das Altern, die Migranten, Drogen und schlechte Angewohnheiten: In der „Lindenstraße“ war für jedes Talent und jede Macke ein Zimmer frei. Bisweilen werden bei tagesaktuellen Themen einzelne Szenen bis zur letzten Minute nachgedreht. Einige Schauspieler verknüpften mehr als ihr halbes Berufsleben mit der Serie: Marie-Luise Marjan, Andrea Spatzek, Joachim Hermann Luger, Ludwig Haas, Hermes Hodolides. Diverse Mimen traten in drei, vier und fünf Nebenrollen auf. Was so lange auf dem Bildschirm ist, gerät irgendwann in Krisen. Die „Lindenstraße“ genoss lange Artenschutz, der Sendeplatz am Sonntag war heilig, der Produzent war seriös, die Schauspieler verkniffen sich Skandale auf Boulevard-Niveau. Wenn die Legende eines Tages endet, man arbeitet sich auf Folge 1500 zu, wird es nicht an den Kosten liegen. Eine Folge kostet weniger als 200 000 Euro.

Wo und wann läuft „Lindenstraße“?

Sonntags um 18.50 Uhr in der ARD. In den Dritten Programmen der ARD sowie auf einsfestival werden die wöchentlichen Folgen der „Lindenstraße“ in den folgenden Tagen zu verschiedenen Zeiten wiederholt. Auf DVD erscheinen die Staffeln als komplette Jahrgänge.